Service - Unterbringung für Pferde

Pferde-Liebhaber haben in Brandenburg viele Möglichkeiten, um auf ihre Kosten zu kommen. Gut ausgebaute Reitwege, viele Pferdehöfe - ein regelrechtes Paradies für Mensch und Tier. Leider trifft das offenbar nicht auf alle Reiterhöfe zu. Einem Hinweis von Tierquälerei und Vernachlässigung sind wir nachgegangen. Und damit es Ihrem Pferd immer paradiesisch gut geht, haben wir ein paar wichtige Tipps und Ratschläge, woraus Sie achten sollten.

Die häufigsten Fragen und Antworten zum Thema "Das richtige Gestüt, um mein Pferd unterzubringen"

  1. An wen sollte/kann ich mich wenden, wenn ich solche Vorkommnisse bemerke, mit was/ welchen Beweisen sollte meine Beschwerde belegt werden?
    Fotos und Chat-Verläufe sind immer gut als Beweis, die ersten Ansprechpartner sind die entsprechenden Veterinär-Ämter, die nächste Stufe wäre der Landes-Tierarzt, der im Gesundheits-Ministerium angesiedelt ist. Mehrere Einsteller mit den gleichen Problemen sollten sich immer zusammentun und gemeinsam Anzeigen erstatten. 

  2. Gibt es noch andere Ansprechpartner als das zuständige Veterinär-Amt?
    Ja, die nächste Instanz im Gesundheits-Ministerium, wo auch der Tierschutz angesiedelt ist.
     
  3. Ist ein Tierarzt von Berufs wegen verpflichtet, Verstöße gegen das Tierwohl (zum Beispiel ein deutlich abmagerndes Pferd, das ansonsten gesund ist) zu melden?
    Ja, das ist er, das Tierwohl steht eindeutig über einem eventuellen Interessenskonflikt des Arztes, auch dann, wenn er vom Hof bezahlt wird. 

  4. Thema Bisswunden – wie viel "Zickerei" unter Pferden ist normal und wann muss ich wie reagieren?
    Integration bedarf Fingerspitzengefühl und entsprechender Fläche, die Tiere in unterschiedlichem Rang müssen sich aus dem Weg gehen können.

    Grundsätzliches: 
  5. Worauf muss ich achten, wenn ich mir ein Gestüt für mein Pferd aussuche?
    Im Idealfall ein zertifiziertes Gestüt mit dem Prüfsiegel der deutschen reiterlichen Vereinigung suchen, davon gibt es etwa 70 Höfe in Brandenburg. Und man sollte es sich mindestens zweimal, auch unangekündigt, ansehen.

  6. Was muss gegeben sein? Was ist ein gutes, was ein schlechtes Zeichen?
    Es dürfen keine Unfallgefahren zu sehen sein, beispielweise herausstehende Nägel, an denen sich die Tiere verletzen könnten, zum Beispiel mehrere verschimmelte Heuballen sind ein sehr schlechtes Zeichen. 

  7. Wie genau sollte ich mir was ansehen?
    Man sollte sich die anderen Pferde auf ihren körperlichen Zustand hin ansehen. Wie sind die Boxen ausgestattet, wie wird das Futter gelagert (es darf keinesfalls feucht sein oder unter freiem Himmel gelagert werden), wieviel Futter/Heu ist gelagert? Sind die Flächen, auf den die Heuraufen stehen, trocken gehalten? Sind die Paddocks frei von tagelangem Matsch? 

  8. Sollte ich mich bei Einstellern, die ihre Pferde dort bereits stehen haben, über das Gestüt erkundigen?
    Ja, man sollte mit anderen Einstellern dort über ihre Erfahrungen sprechen.
     
  9. Was sollte in dem Vertrag, den ich mit dem Gestüt abschließe, drin stehen?
    Es sollte auf alle Fälle die genaue Heu-Menge vereinbart werden, auch der Koppelgang und der Boxenauslauf sollten konkret geregelt sein.

  10. Gibt es eine Art Prüfsiegel oder einen Verband, in dem das Gestüt Mitglied sein sollte?
    Es gibt ein Prüfsiegel der deutschen reiterlichen Vereinigung, diese zertifizierten Betriebe werden auch regelmäßig kontrolliert, die Betriebe nehmen freiwillig daran teil. 
    Was ist der Vorteil/ die Bedingung eines solchen Siegels oder Verbandes?
    Die regelmäßige Kontrolle.

    Allgemeine Fütterungsempfehlung:
    Man rechnet 1,5 Kilo Heu pro Pferd und Kilo, bei den meisten Pferden, die um die 600 Kilo wiegen, sind das circa 12 Kilo Heu. Ein Pferd sollte nicht mehrere Stunden ganz ohne Futter sein.

Beitrag von Heimke Burkhardt