Symbolbild: Mietvertrag wird unterzeichnet, Foto: Kai Remmers/dpa
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Service - ABC der Irrtümer: Mietrecht

Wohl kaum ein Thema beschäftigt deutsche Gerichte so häufig wie Streitfälle zwischen Mieter und Vermieter. Im Mietrecht tummeln sich viele Mythen und Irrtümer. Zeit, einige davon mal aufzuklären, in unserem ABC der Irrtümer.

Mieter sind im deutschen Recht grundsätzlich gut geschützt vor der Willkür ihres Vermieters. Trotzdem dürfen sie sich natürlich nicht alles erlauben und so manches, von denen viele denken, dass sie es dürfen, ist gar nicht erlaubt.

N wie Nachmieter
Viele Mieter denken, wenn sie ihrem Vermieter drei Nachmieter vorschlagen, kommen sie früher aus ihrem Mietvertrag heraus. Doch ganz so einfach ist es nicht, erklärt Wibke Werner vom Berliner Mieterverein. "Man hat nicht unbedingt den Anspruch, vorzeitig aus dem Mietvertrag herauszukommen", sagt die Expertin. Es komme immer darauf an, welche Kündigungsfrist im Vertrag vereinbart wurde.

Bei besonders langen Kündigungsfristen könnte eventuell ein Anspruch bestehen, früher aus dem Vertrag zu kommen, wenn man dem Vermieter einen geeigneten Nachmieter vorstellt.

M wie Mittagsruhe
Zwischen 13:00 und 15:00 Uhr herrscht Mittagsruhe. Wer sich nicht daran hält, riskiert eine Abmahnung seines Vermieters, lautet eine weitverbreitete Annahme. Ist das so? Dazu muss man wissen, dass es keine generelle bundesweite Verordnung zur Mittagsruhe in Deutschland gibt. Jedes Bundesland oder jede Kommune kann selbstständig festlegen, wann und ob es eine Mittagsruhe geben soll.

In Berlin zum Beispiel gibt es offiziell keine verordnetet Mittagsruhe. Aber Vermieter können im Mietvertrag oder in der Hausordnung eine Mittagsruhe festlegen. Daran müssen sich Mieter dann auch halten. Heißt aber auch: Steht im Mietvertrag nichts von einer Mittagsruhe, sind Mieter nicht dazu verpflichtet. Allerdings sollte man zugunsten einer friedlichen Nachbarschaft natürlich gegenseitig Rücksicht nehmen und in der Mittagszeit nicht unbedingt zum Schlagbohrer greifen oder die Musikboxen voll aufdrehen.

U wie Untermieter
Viele denken, dass der Vermieter dem Mieter verbieten darf, einen Teil seiner Wohnung an einen Untervermieter zu vergeben. Doch das stimmt so nicht. Ein generelles Verbot im Mietvertrag, die Wohnung teilweise unterzuvermieten, ist unzulässig.

Richtig ist, dass man sich auf jeden Fall vorab die Genehmigung seines Vermieters einholen muss. Allerdings muss der Vermieter diesem Antrag in der Regel zustimmen, sofern der Mieter ein „berechtigtes Interesse“ an einer Untervermietung hat. "Ein 'berechtigtes Interesse' besteht zum Beispiel, wenn der Mieter Kosten sparen will oder nicht mehr allein wohnen möchte", erklärt Wibke Werner. Anders sähe es aber aus, wenn der Mieter seine Wohnung komplett für einige Zeit untervermieten möchte. Dem muss der Vermieter nicht zustimmen.

Beitrag von Sina Krambeck