Service - Was tun bei befristeten Arbeitsverträgen?

Die Wirtschaft in Deutschland brummt, es werden viele Menschen neu eingestellt – allerdings werden rund vierzig Prozent der Neueinstellungen nur auf Zeit angeboten. In ganz Deutschland sind damit rund 3,2 Millionen Verträge befristet. In Großbetrieben sind befristete Arbeitsverträge beinahe der Normalfall. Doch was bedeutet das für den Arbeitnehmer?

Befristete Verträge müssen einen sachlichen Grund haben, aber es gibt Ausnahmen. Wir klären mit Rechtsanwältin Heike Geerdes, was Arbeitnehmer darüber unbedingt wissen sollten. Was sollte in einem Vertrag unbedingt drinstehen, wie oft kann er verlängert werden, was gilt bei einer Schwangerschaft und was ist mit Urlaub und Kündigungsfristen?

Die Tendenz
Arbeit haben in Deutschland so viele wie nie zuvor - doch immer mehr Menschen sind nur befristet angestellt. Fast jeder zweite Berufsanfänger erhält einen Arbeitsvertrag mit Ablaufdatum. Was bedeutet das für Angestellte?

"Besser ein Job auf Zeit als gar kein Job"
Nach diesem Motto akzeptieren immer mehr Menschen in Deutschland befristete Arbeitsverträge. Insgesamt sind mehr als drei Millionen Arbeitnehmer betroffen, das heißt, fast jeder zehnte Beschäftigte ist nur vorübergehend angestellt.

Befristung trifft häufig Frauen
Laut Angaben des Bundesarbeitsministeriums werden junge Arbeitnehmer unter 25 Jahren häufiger auf Zeit eingestellt als Beschäftigte über dieser Altersgrenze, Frauen bekommen häufiger befristete Verträge als Männer.

Typische Branchen
Vor allem Angestellte in der Gastronomie und in Reinigungs- und Sicherheitsdiensten haben Arbeitsverträge mit Enddatum. Aber auch und gerade im öffentlichen Dienst sind befristete Verträge die Regel.

Geplante Reform der Bundesregierung
Die Bundesregierung hat Reformen zur Befristung vorgesehen: Laut Koalitionsvertrag sollen in Betrieben mit mehr als 75 Beschäftigten künftig nur noch maximal 2,5 Prozent der Arbeitnehmer ohne Grund befristet eingestellt werden. Eine Verlängerung des Vertrags soll nur noch einmal statt bisher drei Mal möglich sein. Zudem soll die Dauer der Befristung von 24 Monaten auf 18 Monate begrenzt werden.

Zu Gast im Studio: Heike Geerdes, Rechtsanwältin

Beitrag von Alena Hecker