Mann schiebt sein Fahrrad über einen Zebrastreifen (Quelle: imago images/Westend61)
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Service - Das ABC der Verkehrsirrtümer

Bei jedem Unfall muss die Polizei gerufen werden, Parklücken kann ich auch als Passant freihalten, Radfahrer müssen auf dem Zebrastreifen nicht absteigen. Viele dieser Auffassungen über Verkehrsregeln erweisen sich bei genauerer Betrachtung als Irrtum. Dieses Mal gehen wir drei Mythen aus dem Verkehrsrecht auf den Grund.

Eine Parklücke freihalten?
Besonders in belebten Innenstädten sind Parklücken ein seltenes und begehrtes Gut. Da ist es verlockend, eine solche Rarität für Freunde und Verwandte mal eben freizuhalten. Nicht gerade fair für andere Suchende, aber ist es auch verboten?   
Ja, sagt Rechtsanwältin Heike Geerdes: „Parklücken darf man nicht freihalten. Die Parklücke steht dem zu, der sie als erstes mit seinem PKW erreicht.“
Wer eine Parklücke reserviert (ob als Person oder mit Gegenständen wie z.B. Stühlen), begeht eine Ordnungswidrigkeit. Das kann und wird mit einem Bußgeld geahndet.

 „Z“ wie Zebrastreifen
Muss man als Radfahrer beim Überqueren absteigen und schieben? „Wenn man sein Vorfahrtsrecht wahrnehmen möchte, schon“, erklärt Heike Geerdes.  
Denn beim Zebrastreifen handelt es sich um einen Fußgängerüberweg. Das bedeutet, nur Fußgänger und Rollstuhlfahrer haben dort Vorrang vor den Autos. Ebenso wie Fahrradfahrer, die absteigen und schieben. Wer aber auf seinem Rad sitzend über den Zebrastreifen rollt, darf nicht erwarten, dass die Autos anhalten und ist im Zweifel an einem von ihm verursachten Unfall Schuld.

Beitrag von Sina Krambeck