Service - Verträge über den Tod hinaus

Was passiert eigentlich mit Mietverträgen oder Handyverträgen, wenn der Vertragsnehmer stirbt? Erlöschen sie tatsächlich mit dem Tod, so dass sich Angehörige um nichts mehr kümmern müssen? Wir erklären, welche Regelungen es gibt und was beim "digitalen Erbe" zu beachten ist.


Wenn ein naher Angehöriger stirbt, sind Betroffene meist in einer seelischen Ausnahmesituation. Doch selbst in der Trauerphase müssen sie weiter funktionieren, die Bestattung organisieren, die Wohnung auflösen. Und sie müssen sich um laufende Verpflichtungen des Verstorbenen kümmern. Die Erben müssen meist unter Zeitdruck handeln und schnell jede Menge Papierkram abarbeiten, wenn sie nicht weiter zahlen wollen. Denn viele Verträge enden nicht automatisch mit dem Tod, die sollten so schnell wie möglich gesichtet und überprüft werden.

Die Krankenversicherung endet mit dem Tod, überzahlte Beträge werden erstattet. Familienmitversicherte sollten die Kasse so schnell wie möglich kontaktieren.
Die Hausratsversicherung endet zwei Monate nach dem Tod, eine Gebäudeversicherung dagegen nicht. Der Versicherer sollte aber auf jeden Fall vom Leerstand erfahren.

Haftpflicht-Einzelpolicen enden mit dem Tod des Versicherten, Autohaftpflicht oder Kaskoversicherungen gehen bei Tod auf die Erben des Fahrzeugs über.

Höchstpersönliche Verträge, also Verträge, bei denen nur der Verstorbene die Leistung erbringen kann, enden hingegen automatisch mit dem Tod des Vertragspartners. Dazu gehören vor allem die Arbeitsverträge. Verträge mit ambulanten Pflegediensten und ein Pflegeheimvertrag enden ebenfalls mit dem Tod des Pflegeleistungsempfängers genau wie Vereinsmitgliedschaften. Die Mitgliedschaft im Fitnessstudio dagegen läuft weiter.

Verträge, die sich verlängern, wie beim Mobilfunk, gehen ohne Sonderkündigungsrechte auf die Erben über. Wer einen Kreditvertrag erbt, muss die Raten bedienen wie der Verstorbene.
Jedoch sind nicht alle Verträge unerwünscht. Dann sollte geprüft werden, ob die Hinterbliebenen in die Verträge eintreten können.

Mietverträge enden nicht mit dem Tod, wenn dies nicht vertraglich vereinbart ist. Die Erben haben hier aber ein außerordentliches gesetzliches Kündigungsrecht, müssen dabei jedoch die gesetzlichen Fristen beachten.

Bereits zu Lebzeiten sollte jeder rechtzeitig Vorsorge treffen, um den Hinterbliebenen bei der Bewältigung der Papierflut zu helfen. Einfacher ist es im Todesfall, wenn die Unterlagen ordentlich und übersichtlich sortiert sind. Eine Liste über alle bestehenden Verträge und eine kurze Anweisung, was im Todesfall zu tun ist, stellt eine große Erleichterung dar.

Beitrag von Susanne Kallenbach