Service - Mieterhöhung – was tun?

Die Mieten steigen leider stetig und so finden viele Mieter eine Mieterhöhung in ihrem Briefkasten. Doch so manche Mieterhöhung ist unzulässig. Grundsätzlich darf die Miete in drei Jahren nicht mehr als 20 Prozent steigen, in Berlin sogar nur um 15 Prozent.

Formal muss jeder Mieter, der im Mietvertrag genannt ist, angeschrieben werden, ansonsten ist die Mieterhöhung wegen Formfehler unwirksam. Ulrich Ropertz vom Deutscher Mieterbund erklärt bei zibb, worauf Mieter bei der Mieterhöhung achten sollten und was sie dagegen tun können.

Sie steigen und steigen - die Mieten. Allein im letzten Jahr kletterte in Berlin die durchschnittliche Nettokaltmiete von 5,84€  auf 6,40 € pro Quadratmeter. Das sind 10 Prozent. Die unerfreuliche Post vom Vermieter, für viele ein leidiges Thema. Nicht Ärgern sondern erst einmal prüfen, rät der Mieterbund. Denn nicht jede Erhöhung ist auch rechtens.

In drei Jahren darf die Miete grundsätzlich nur höchstens 20 Prozent steigen, in Berlin und einigen Regionen Brandenburgs sogar nur um 15 Prozent.

Mieterhöhungen sind oftmals gar nicht zulässig, also niemals gleich zustimmen. Manchmal sind es einfache Formfehler, welche die Forderung unzulässig machen.

• Grundlage für eine Mieterhöhung ist immer die tatsächliche Wohnfläche, nicht die Quadratmeterzahl, die im Mietvertrag steht

• Nur der Vermieter darf die Miete erhöhen. Werden alle Vermieter als Absender genannt und haben diese das Schreiben unterzeichnet?

• Richtiger Empfänger? Die Mieterhöhung muss bei Ehepaaren oder Mitgliedern einer Wohngemeinschaft an alle Mieter adressiert sein, die den Mietvertrag unterzeichnet haben.

• Ohne Nennung eines Grundes ist die Mieterhöhung nicht gültig. Zulässig sind Begründungen mit Bezug auf die ortsübliche Vergleichsmiete.

Was tun, wenn es keinen Mietspiegel gibt, wie in manchen kleine Gemeinden in Brandenburg?

Der Vermieter kann die Mieterhöhung auch begründen, indem er drei vergleichbare Wohnungen benennt, die jetzt schon das kosten, was er verlangen will. Auch in Städten, in denen es einen Mietspiegel gibt, kann der Vermieter die Mieterhöhung mit drei Vergleichswohnungen begründen.

Wie berechnet sich der korrekte Mietpreis?

Aus dem Baujahr des Wohnhauses, der Größe der Wohnung und deren Lage ergibt sich eine Preisspanne vom der günstigsten bis zur teuersten Miete und einer Durchschnittsmiete.

Wo der Mietpreis für die jeweilige Wohnung korrekt einzuordnen ist, darüber entscheiden verschiedene Wohnwertmerkmale (Zustand von Bad&WC, Küche, Wohnung, Gebäude und Wohnumfeld):

Sind Hauseingang und Treppen heruntergekommen, oder sind sie hochwertig saniert?

Gibt es keine abschließbare Haustür oder Gegensprechanlage oder steht den Mietern ein abschließbarer Fahrradkeller zur Verfügung?

Ist das Bad unter 4 qm und hat es nicht mal ein Fenster? Oder ist es luxuriös ausgestattet,  gibt es sogar eine Fußbodenheizung? Zahlreiche dieser Merkmale werden gegeneinander aufgerechnet.

Die Berliner Senatsverwaltung bietet hierzu eine Orientierungshilfe im Internet. Hier kann man sich informieren, ob die geforderte Mieterhöhung auch rechtens ist.

Beitrag von Katja Charlé