Die beschädigte Motorhaube eines Autos (Quelle: Colourbox)
colourbox
Bild: colourbox

Service - Das ABC der sommerlichen Versicherungsirrtümer

Diesmal geht es um „sommerliche“ Versicherungsirrtümer. Etwa um Haftungsfragen, wenn wir mit Flip-Flops Auto fahren und in einen Unfall verwickelt sind, uns für den Urlaub eine teure Kamera bei Freunden ausleihen, oder unsere Gartenmöbel von der Terrasse gestohlen werden.

A wie Ausleihen
Im Urlaub tolle Fotos schießen – das wär’s. Schließlich kann man von diesen Erinnerungen lange zehren. Bis zum nächsten Urlaub. Toll, wenn Freunde eine hochwertige Kamera zu verleihen haben. Doch was, wenn die kaputt geht. Wer muss dann zahlen? Die private Haftpflichtversicherung?

Susanne Meunier sagt, Nein. Die geliehene Kamera gilt rein rechtlich für die Zeit der Ausleihe als Eigentum des Ausleihenden. Und die Haftpflichtversicherung kommt nur für den Schaden am Eigentum anderer auf.

F wie Flipflops
Wenn’s heiß ist, Luft an die Füße lassen. Hält man ja sonst nicht aus. Doch am Steuer keine gute Idee. Passiert was, bleibt man auf dem Schaden sitzen. Oder?

Auch hier liegt laut der journalistischen Leiterin der Ressorts Versicherungen und Recht bei Finanztest, Susanne Meunier, ein Irrtum vor. Die KFZ-Haftpflichtversicherung zahlt in der Regel auch bei eigenem Verschulden. Anders kann es hingegen bei einer Kasko-Versicherung sein. Kunden sollten ihre Police genau prüfen oder gegebenenfalls nachfragen – am besten bevor der Schaden eintritt.

G wie Gartenmöbel
Die Terrasse ist für manche wie ein zweites Wohnzimmer – je gemütlicher, desto besser. Doch das aufwändige Ausstaffieren geht ins Geld. Gut, wenn man eine Hausratversicherung hat. Die springt ein, wenn die Möbel zum Beispiel aus dem Garten oder vom Balkon gestohlen werden. Wahrheit oder Irrtum?

Irrtum, sagt Versicherungsexpertin Susanne Meunier. Denn da Gartenmöbel meist für einen Einbrecher leicht zu erreichen und demnach auch leicht zu entwenden sind, handelt es sich um einfachen Diebstahl – und der ist von der Hausratversicherung in der Regel nicht gedeckt. Wer seine hochwertigen Gartenmöbel trotzdem versichern will, kann das über eine Zusatzversicherung tun.

U wie Unwetter
Zugegeben, mit Hitze hält sich der Sommer dieses Jahr etwas zurück. Und damit auch mit Unwettern. Doch wir erinnern uns alle noch zu gut an Starkregen & Co. der letzten Jahre. Vollgelaufene Keller, abgedeckte Dächer – im Vorteil ist, wer eine Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung abgeschlossen hat. Die zahlt den Schaden. Oder etwa nicht?

Tatsächlich handelt es sich hierbei um höhere Gewalt, so die Finanztest-Expertin. Gegen solche sogenannten Elementarschäden können sich Hausbesitzer trotzdem versichern. Aber: Gerade in stark

von Hochwasser betroffenen Gebieten sind solche Versicherungen oftmals teuer – manche Versicherer schließen sie sogar komplett aus.

Generell bei allen Risiken des Lebens gilt: Im Zweifelsfall lieber ins Kleingedruckte der Versicherung gucken oder beim Versicherer nachfragen – sicher ist sicher.

Beitrag von Christine Knospe