Tastatur, Stethoskop und blauer Notizzettel mit Schriftzug Patientenverfügung, Quelle: Imago/blickwinkel, doc-photox
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Für den Notfall vorsorgen - Patientenverfügung

Sich nach einem Unfall oder einem Schlaganfall nicht mehr bewegen, sich nicht mehr verständigen zu können und von lebensverlängernden Geräten abhängig zu sein, ist ein Albtraum. Etwa jeder vierte Deutsche hat deshalb eine Patientenverfügung.

In einer Patientenverfügung steht, wie die ärztliche Behandlung im Notfall aussehen soll. Doch der BGH hat in den letzten Jahren viele dieser Erklärungen für unwirksam erklärt. Im Prinzip ist es für jeden ratsam, eine Patientenverfügung zu haben, in der geregelt ist, wie die medizinische Weiterbehandlung aussehen soll, für den Fall, dass man selbst seinen Willen nicht mehr äußern kann.

Das erleichtert den Ärzten und den Angehörigen die Behandlung enorm.

Es genügt aber nicht, zum Beispiel einfach nur zu schreiben, dass man kein "würdeloses Dahinvegetieren" möchte. Solche Formulierungen sind laut Bundesgerichtshof zu unkonkret.  Der BGH hat in seiner Rechtsprechung immer wieder betont, dass die Patientenverfügung so genau und konkret wie möglich formuliert sein muss. Die Situationen, bei denen die Patientenversorgung gelten soll, müssen genau beschrieben werden und auch, welche medizinischen Behandlungen erfolgen oder unterlassen werden sollen.

Besser sind Formulierungen wie "Wenn ich mich im Endstadium einer unheilbaren, tödlich verlaufenden Krankheit befinde, selbst wenn der Todeszeitpunkt noch nicht absehbar ist, dann möchte ich..."

Statt jegliche Schmerzmittel pauschal auszuschließen, sollte man zum Beispiel besser schreiben:  "In den oben beschriebenen Situationen wünsche ich eine fachgerechte Schmerz- und Symptombehandlung, aber ohne bewusstseinsdämpfende Wirkungen."

Auf der Seite des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucher findet man gute Textbausteine für eine Patientenverfügung. Diese sollten jedoch nur als Orientierung verstanden werden. Es ist auf jeden Fall zu empfehlen, seine Patientenverfügung mit dem Hausarzt zu besprechen und auf die eigene, konkrete Lebenssituation anzupassen. Hilfe findet man auch bei der Deutschen Stiftung Patientenschutz oder bei einem Anwalt, der sich auf diesem Gebiet auskennt.

Die Patientenverfügung muss nicht zwingend vom Notar beglaubigt werden und sie muss auch nicht handschriftlich verfasst werden. Sie kann zuhause aufbewahrt werden, aber eine Vertrauensperson sollte wissen, wo sie liegt. Gut ist es auch, einen Zettel im Portemonnaie zu haben, auf dem steht, dass es eine Patientenverfügung gibt und wo sie liegt. Sie kann jederzeit geändert und widerrufen werden.

An eine gültige Patientenverfügung sind die behandelnden Ärzte gebunden.  

Neben der Patientenverfügung gibt es ja auch noch die Vorsorgevollmacht. Die regelt, wer im Ernstfall, wenn der Patient sich nicht mehr alleine äußern kann, Ansprechpartner für Ärzte und Behörden ist und für den Patienten entscheiden kann. Sie umfasst rechtliche, medizinische und finanzielle Bereiche.

Text von Sina Krambeck