Eine Frau wedelt sich frische Luft mit einem Fächer zu (Quelle: Colourbox)
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Service - Klimageräte im Test

Wir haben die bisher heißesten Tage des Jahres erlebt – da sehnen sich viele Menschen nach Abkühlung. Abhilfe können so genannte Klimageräte verschaffen, die die Wohnung oder das Haus herunterkühlen. Dabei unterscheidet man zwei Typen, nämlich die mobilen Monoblocks und die fest installierten Splitgeräte. Die Stiftung Warentest hat je fünf Geräte beider Kategorien getestet.

Monoblöcke: Nachteil - Schlauch durchs Fenster

Mono­blöcke sind mobile Klima­anlagen und damit unkompliziert – einfach im Baumarkt kaufen, Stecker rein, abkühlen. Der Haken: Mono­geräte pusten die warme Raum­luft über einen dicken Abluft­schlauch nach draußen, den Nutzer aus dem Fenster hängen müssen. Weil dadurch ein Spalt des Fens­ters offen bleibt, strömt permanent warme Luft von draußen ins Haus und mindert den Kühl­effekt.

Um das zu verhindern, müssten Nutzer die Fenster abdichten. Das funk­tioniert in der Praxis kaum. Drei Anbieter liefern zwar Abdichtungs­material mit – allerdings nur für Schiebe­fenster, die in Deutsch­land selten sind. Hier­zulande übliche Dreh- und Kipp­fenster lassen sich damit nicht abdichten. Hinzu kommt, dass sich der Abluft­schlauch auf bis zu 65 Grad Celsius erhitzt und die Wohnung zusätzlich aufheizt. Alles in allem eine wenig effiziente Lösung.

Splitgeräte: muss vom Monteur installiert werden, kaum für Mietwohnungen geeignet

Splitgeräte sind Klimageräte ohne Abluft­schlauch. Sie bestehen aus einer Innen- und einer Außen­einheit. Zwischen ihnen zirkuliert ein Kältemittel und transportiert Wärme nach außen. Das Prinzip erlaubt schnelle und energiesparende Abkühlung. Der Haken: Nur Kälteklimafach­betriebe dürfen Splitgeräte installieren. Zudem bedarf es der Zustimmung des Vermieters.

Der Klimageräte-Test der Stiftung Warentest:

Zehn Klimageräte wurden getestet, davon fünf Mono­blöcke und fünf Splitgeräte. Die mobilen Klimageräte im Test kommen von bekannten Anbietern wie De'Longhi, Comfee und Panasonic, aber auch Baumärkten wie Obi. Einmal vergaben die Tester das Qualitätsurteil Gut. (De'Longhi)

Zehn Grad kühler in zehn Minuten

Wie groß die Unterschiede der beiden Varianten in der Praxis sind, zeigt der Test: Die besten Splitgeräte kühlten einen 14 Quadrat­meter großen Raum in weniger als zehn Minuten von 35 auf 25 Grad Celsius. Die Monoblöcke hingegen benötigten für die Abkühlung zwischen 45 und 106 Minuten.

84 Euro Strom­kosten für zwei Monate

Unterschiede gibt es auch beim Energieverbrauch: Splitgeräte sind in der Regel dauerhaft im Einsatz und heizen in der Übergangszeit auch. Für ein Szenario mit unterschiedlichen Außentemperaturen wurden die Stromkosten pro Jahr berechnet. Split-Geräte sind in der Regel energiesparender als  Monoblock-Geräte.

Die Stiftung Warentest hat Stromkosten für 300 Betriebsstunden mit niedrigster Solltemperatur und höchster Lüfterstufe getestet. Das entspricht einem Einsatz von je fünf Stunden an 60 Tagen. Dafür zahlen Nutzer mit dem stromhungrigsten Monoblock bis zu 84 Euro.

Klimaschädliche Kältemittel

Klimageräte kühlen die Luft mithilfe von Kältemitteln in einem geschlossenen Kreislauf. Diese können jedoch bei Arbeiten am Gerät, beim Entsorgen oder durch undichte Leitungen während des Betriebs entweichen. Je nach Art des verwendeten Kältemittels schädigt dies das Klima unterschiedlich stark. Entweichen 500 Gramm eines bestimmten Mittels, ist die Klimabelastung so groß wie bei einer Flugreise von Frankfurt nach Dubai. Etliche Geräte im Test bekommen daher im Prüfpunkt Umwelteigenschaften die Note Ausreichend oder Mangelhaft.

Apps senden unnötig Daten

Die Splitgeräte lassen sich von unterwegs per App steuern. So ist der Raum gekühlt, wenn die Familie nach Hause kommt – in der Theorie. Im Test ließ sich bei mehreren Geräten die App nicht mit dem WLan-Modul verbinden. Zudem senden alle Apps Informationen, die für den Betrieb nicht erforderlich sind, an den Anbieter und teils an Daten­sammel­dienste – wie Standortdaten und Gerätekennung.

Betriebsgeräusch stört Nutzer und Nachbarn

Nicht zu unterschätzen sind die Geräuschpegel vieler Klimageräte. Wer eine leise Klimaanlage fürs Schlafzimmer sucht, sollte keinen Monoblock kaufen. Die tragbaren Klimaanlagen arbeiten mit bis zu 64 Dezibel – das stört zumindest die Konversation im Raum. Immerhin brummen sie im Innenraum und stören damit nur die Nutzer selbst. Splitgeräte können dagegen auch die Nachbarn nerven. Ihre Außenteile erreichten im Test bis zu 59 Dezibel.

Gast im Studio: Stephan Scherffenberg, Stiftung Warentest.

Beitrag von Ute Müller-Schlomka