Eine Frau mit einem Smartphone in der Hand (Quelle: Colourbox)
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Service - Volle Ladung: So hält Ihr Handy-Akku länger!

Der besorgte Blick zum Handy: Der Akku ist schon wieder halbtot! Warum halten die meisten Akkus nicht den ganzen Tag? Was sind die Energiefresser unter den Handy-Apps und wie kann man die volle Leistung aus einem Akku rausholen? Multimedia-Experte Sven Oswald räumt mit falschen Mythen rund um den Akkugebrauch auf und erklärt uns, wie man einen Handy-Akku richtig behandelt.

Wenn der Akku des Smartphones schon nach wenigen Stunden schlapp macht und wieder aufgeladen werden muss, obwohl das Gerät noch nicht einmal zwei Jahre alt ist, kann das nicht nur an falschen Ladegewohnheiten liegen, die dem Akku schaden, sondern auch an stromfressenden Anwendungen, die auf dem Smartphone laufen.

Tipps zum richtigen Laden des Akkus
1. Man sollte das Smartphone möglichst nicht im eingeschalteten Zustand über Nacht ans Ladegerät hängen. Denn sobald das Handy voll geladen ist, fällt der Akkustand aufgrund von Apps etc., die im Hintergrund laufen, nach einer Weile wieder um wenige Prozent ab, und der Ladevorgang springt erneut an. Dies wiederholt sich etliche Male, so dass es in einer Nacht zu etlichen Miniaufladungen in hohen Ladezuständen kommt, die den Akku strapazieren.
Besser ist es, das Handy abends oder morgens nach dem Aufstehen kurz an die Ladebuchse zu hängen, oder es zumindest vor dem nächtlichen Laden auszuschalten, denn dann sind keine „Verbraucherfunktionen“ aktiv, so dass ein Absinken des Ladezustandes nicht so schnell auftritt und nur wenige Nachladezyklen über Nacht anfallen.

2. Grundsätzlich sollte man sein Smartphone so selten wie möglich laden - erst, wenn der Akku auf  20 bis 30 Prozent gefallen ist - und am besten wieder vom Netz trennen, sobald 80 Prozent erreicht sind. Das ist der optimale Akkuladezustand. Einen Memory-Effekt muss man dadurch nicht befürchten; den gab es nur bei Nickel-Cadmium-Akkus, aber nicht mehr bei den modernen Lithium-Ionen-Akkus, die heutzutage verwendet werden.
Bei einer Aufladung bis 100 Prozent werden die Elektroden des Lithium-Ionen-Akkus stark belastet, und die Lebensdauer des Akkus sinkt. Auch eine zu niedrige Spannung tut dem Akku nicht gut. Denn im niedrigen Ladebereich besitzt die Zellchemie einen höheren Innenwiederstand; der Akku muss dadurch mehr arbeiten. Deswegen gilt: Ab 20 Prozent besser wieder an die Steckdose.

3. Am besten lädt man das Smartphone bei Raumtemperatur und entfernt die Handyhülle wegen der Hitzeentwicklung.

Akkufresser
1. Ein großer Akkufresser ist die Kälte. Noch schlimmer ist Hitze. Temperaturen über 40 Grad können sogar zu Schäden am Akku führen. Deshalb sollten Handys weder in der Kälte noch in der prallen Sonne liegen.
2. Auch Apps verbrauchen jede Menge Strom, denn viele laufen unbemerkt im Hintergrund weiter, wenn man sie nicht schließt. Besonders Chatdienste wie Whats App oder Facebook schlucken viel Energie. Für Apps gilt deshalb: Je weniger, desto besser.
3. Ein weiterer Akkufresser sind Ortungsdienste, Bluetooth oder W-LAN. Falls man diese Funktionen gerade nicht benötigt, sollte man sie besser ausschalten. Das geht mit einem Klick.
4. Auch kleine Veränderungen am Display können den Akku schonen. Ein dunklerer Bildschirm spart viel Energie.
5. Oder man schaltet den Energiesparmodus ein. Dann ist das Handy zwar etwas langsamer als gewöhnlich, und Mails werden nicht automatisch abgerufen. Aber man gewinnt bis zu sechs Stunden Laufzeit dazu.

Schnelllade- oder Induktionsladegeräte als Option?
Tests haben ergeben, dass die Akkuleistung durch Schnellladen beeinträchtigt wird. Die Akkukapazität soll bereits nach vier Monaten um 20 Prozent gefallen sein.

Induktionsladegeräte sind zwar sehr bequem, haben aber zwei große Nachteile. Zum einen ist die Ladegeschwindigkeit bisher nicht besonders hoch, denn nur rund 60 Prozent der Energie kommen beim Smartphone an, der Rest geht beim Transfer der Energie in der Luft verloren. Zum anderen erzeugt die drahtlose Ladetechnik mitunter hohe Wärme. Das kann sogar zu fast nicht mehr anfassbaren Smartphones führen. Auch da beeinträchtigt die Lebensdauer eines Akkus.

Experte im Studio: Sven Oswald
Beitrag von Gela Braun