Ein Junge hat Kopfhörer auf und hört Musik (Quelle: Colourbox)
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Service - Bluetooth-Kopfhörer im Test

Ob beim Sport, in der U-Bahn oder vor dem Fernseher – Bluetooth-Kopfhörer sind im Trend. Sie werden immer kleiner, besser und ihre Technik immer raffinierter. Wir verraten, was gute Kopfhörer leisten müssen, wo mögliche Schwachstellen sind und welche Geräte gut und günstig sind.

Der praktische Aspekt von Bluetooth-Kopfhörern ist offensichtlich: Man braucht kein Kabel und hat mehr Bewegungsfreiheit beim individuellen Hörgenuss. Das kann sowohl unterwegs oder beim Sport, als auch beim Fernsehschauen außerordentlich hilfreich sein.
Die Stiftung Warentest hat On-Ear- und In-Ear-Bluetooth-Kopfhörer getestet und für fünf verschiedene Nutzergruppen die jeweils besten gekürt. Die wesentlichen Testkriterien waren Tonqualität, Tragekomfort, Handhabung, Technik und Akkuhaltbarkeit.

Der Klang: Qualitätsfrage und Geschmackssache
Im Klangtest mussten die Kopfhörer ausgewogene Tonqualität unter Beweis stellen. Das gilt nicht nur für Bässe und Höhen – das gesamte Klangspektrum muss sauber abgebildet werden und der Sound natürlich klingen.
Für Freunde des höchsten Hörgenusses hat hier der Kopfhörer von Bose SoundSport Wireless für einen Preis von 137 € die Nase vorn, gefolgt von Sennheiser Momentum Free für 155 € und dem Bügelkopfhörer Sony WH-1000XM3 zu 290 €.
Dennoch bleibt zu sagen, dass Sound zum Teil auch Geschmackssache sein kann und man vor dem Kauf probehören sollte! Während der eine beim Genuss von fetten Beats auf einen ausgeprägten Bass wert legt, hat ein weiterer vielleicht andere Prioritäten, wenn er vor allem Klassik genießt oder den Kopfhörer für Filme, bzw. Hörspiele nutzt.  

In-Ear: Die beste Variante für den Sport
Wer den Kopfhörer beim Sport nutzen will, der dürfte mit dem JBL Everest Elite NC zum Preis von 199 € gut bedient sein. Abgesehen davon, dass er gut klingt, sitzt er auch fest und unaufdringlich im Ohr - eine wichtige Voraussetzung für Hörgenuss bei aktiver sportlicher Bewegung. Aber auch der Samsung Galaxy Buds (144 €) und der Jaybird Run XT (179 €) können sich beim aktiven Sport gut hören lassen.   

Der Vorteil von In-Ear-Kopfhörern beim Sport ist, dass sie fest im Ohr sitzen, seltener verrutschen, leichter sind und man nicht unter einer fetten Ledermuschel ins Schwitzen kommt. Der Nachteil ist oft, dass ihre Akkus weniger lang halten, weil sie einfach kleiner sein müssen.

Gegen den Lärm: Active Noise Cancelling
Auch inmitten von extremen Geräuschkulissen lassen viele In-Ear-Kopfhörer weniger störende Umgebungsgeräusche durch. Bei der Active Noise Cancelling-Technik (ANC) werden zusätzlich über ein externes Mikrofon Umgebungsgeräusche erkannt, elektronisch gespiegelt und bei der Soundwiedergabe herausgerechnet.  ANC gibt es sowohl für On-Ear- als auch In-Ear Kopfhörer. Am besten schneidet bei der Geräuschreduktion der Bügelkopfhörer Sony WH-1000XM3 ab, gefolgt von dem In-Ear-Modell JBL Everest Elite 150 NC zu 199 €.

Für die Wildnis: Lange Akkulaufzeiten!
Wer bei der Nutzung seiner Kopfhörer auf lange Akkulaufzeiten angewiesen ist, weil er keine Möglichkeit hat sie aufzuladen, der hat natürlich ein ganz besonderes Hauptkriterium. Der Skullcandy Crusher Wireless hatte im Test mit Abstand die beste Akkulaufzeit: Über 60 Stunden kann man ihn nonstop betreiben. Ein Ergebnis, das die viel kleineren Akkus in den In-Ear Produkte nicht mal ansatzweise erreichen.

Minimalismus: Der Knopf im Ohr
Bluetooth-Kopfhörer sind bekanntlich drahtlos mit der Soundquelle verbunden und brauchen keine langen Kabel. Doch die absoluten Minimalisten unter den Bluetooth-Fans schwören auf Kopfhörer, bei denen auch die linke und rechte Seite nicht miteinander verbunden sind. Der Nutzer steckt sich einfach lose „Knöpfe“ oder „Stäbchen“ in beide Ohren. Jeder dieser Kopfhörerteile ist über Bluetooth mit der Sound-Quelle verbunden.  Im Test bewies sich hier der Sennheiser Momentum True Wireless mit der besten Gesamtqualität (281 €.)

Studiogast: Christian van de Sand, Redakteur Stiftung Warentest
Beitrag von Reinhard Rychlik