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Service - Wenn Elektrogeräte Wohnungsbrände verursachen

in Drittel aller Haushaltsbrände geht auf defekte Elektrogeräte zurück. Oft sind die Geräte sehr alt oder billige Ramschware, die mitunter schlecht verarbeitet ist. Bei kaputten Kabeln und Isolierungen kann es dann zum Kurzschuss kommen. Wir klären, welches die gefährlichsten Geräte sind, worauf man beim Kauf und im Betrieb achten muss und was ist im Brandfall zu tun ist.

Alle zwei bis drei Minuten gerät in Deutschland eine Wohnung in Brand. Brandursache Nummer eins sind Fehler in der Elektrik. 31 Prozent aller Wohnungsbrände gingen 2018 laut Brandursachenstatistik des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS) darauf zurück.

Entweder lösten defekte oder überhitzte Bauteile in elektrischen Geräten einen Brand aus, defekte oder überlastete Kabel oder überlastete Mehrfachsteckdosen. Auch elektrische Geräte im Stand-by-Betrieb, bei denen es durch die permanente Spannung zum Kurzschluss oder zur Überhitzung kam, lösten Wohnungsbrände aus.
Die Folgen können verheerend sein. Schon nach zwei bis vier Minuten entwickelt sich aus einem Schwelbrand giftiger Brandrauch.

Elektrogeräte, die besonders häufig in Brand geraten
Laut einer Statistik des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung besetzt der Wäschetrockner Platz eins, gefolgt von Fernsehgeräten sowie Kühl- und Gefriergeräten. Wäschetrockner sind eine besondere Gefahrenquelle, weil sie ständig mechanischen Erschütterungen, wechselnden Temperaturen und Feuchtigkeit im Innenraum ausgesetzt sind. Auch Haartrockner sind ein Brandrisiko, vor allem Billigprodukte. Häufige Brandursache ist ein technischer Defekt am Schalter. Dadurch kann sich der Fön selbst in Betrieb nehmen. Unbeaufsichtigt und für längere Zeit in Betrieb, kann ein Fön brennbare Materialien wie Handtücher in Brand setzen. Und auch Akkus, z.B. von Handys, geraten immer häufiger in Brand.

Worauf sollte man beim Kauf neuer Elektrogeräte achten
Man sollte beim Neukauf von Elektrogeräten auf ein CE-Zeichen, VDE-Zeichen oder GS-Zeichen achten und keine Billigprodukte aus Fernost kaufen.

Wie kann man Bränden durch Elektrogeräte im täglichen Alltag vorbeugen?
Man sollte keine Elektrogeräte laufen lassen, wenn man das Haus verlässt und vor allem bei sich aufheizenden Geräten wie Kaffeemaschinen oder Wasserkocher selbstabschaltende Elektrogeräte benutzen.

Zudem sollte man die verwendeten Mehrfachsteckdosen im Haushalt regelmäßig auf eine mögliche Überlastung hin überprüfen. In der Regel sind sie nur bis zu einer Leistung von 3.500 Watt ausgelegt. Ein Kaffee-Vollautomat verbraucht circa 1.400 Watt, ein Wasserkocher 2.200 Watt. Werden beide zusammen eingeschaltet, wäre der Mehrfachstecker schon überlastet. Auch hintereinander geschaltete Mehrfachsteckdosen stellen eine Gefahr dar, das sich die Belastung addiert.

Wie sollte man reagieren, wenn es brennt, und man zuhause ist?
Wenn aus einem Funken bereits ein Feuer geworden ist, sind eigene Löschversuche nur in der allerersten Minute angeraten. Eine Decke, Wasser oder Feuerlöscher können bei kleinen, rechtzeitig entdeckten Bränden noch helfen. Brennt bereits das ganze Sofa, gilt das nicht mehr. Dann sollte man den Raum verlassen, Zimmertüren und Fenster schließen, damit sich das Feuer nicht weiter ausbreitet, und die Feuerwehr rufen. Fettbrände (Gefahr der Fettexplosion) und brennende Elektrogeräte (Gefahr des Stromschlags) sollte man nie mit Wasser löschen.

Rauchmelder
Ein Rauchwarnmelder pro Wohnung reicht nicht aus. Vielmehr sollte in jedem Zimmer, in dem sich Personen aufhalten, sowie in den davon abgehenden Fluren (Rettungswege) je ein Rauchwarnmelder angebracht werden. Rauchwarnmelder sollten am besten zentral im Raum an der Decke installiert werden. Der Abstand zu Lampen, Ventilatoren und anderen Gegenständen an der Decke sollte mindestens 50 Zentimeter betragen.

Man kann auch Rauchwarnmelder aus dem Baumarkt kaufen. Einziger Nachteil: Die kostengünstigen Melder ab etwa sechs Euro verfügen über eine weniger gute und von der Lebensdauer sehr eingeschränkte Sensorik. Diese Melder können schon nach wenigen Jahren in der Funktion eingeschränkt oder unwirksam sein. Und die mitgelieferten Batterien sind oft schon nach wenigen Monaten leer. Dann gibt der Melder regelmäßig einen Batteriealarmton ab, und es müssen neue Batterien besorgt werden. Teurere Rauchmelder haben eingebaute Lithiumbatterien, die mindestens 10 Jahre halten. Diese Modelle kosten dann rund 20 bis 30 €.

Wichtig sind Mindestlautstärke 85 dB in einer Entfernung von 3 Metern, CE-Zeichen, Zertifizierungen von z.B. TÜV oder von der VdS Schadenverhütung GmbH oder sogar Q-Zertifizierung des Forums Brandrauchprävention e. V.

Nachrüstfrist für Rauchmelder in Berlin & Brandenburg gilt bis zum 31.12.20
Die Pflicht für Rauchmelder besteht schon seit Mai 2016 für alle, die ein neues Wohnhaus bauen. Die Nachrüstung muss auch für alle bestehenden Wohngebäude bis zum 31.12.2020 vollzogen sein. Wenn man ein Eigenheim besitzt und bis dahin keinen Rauchmelder anbringt, begeht man eine Ordnungswidrigkeit. In Mietshäusern ist der Vermieter verantwortlich für die Einrichtung.

Beitrag von Gela Braun