Service - DSL-Tarife im Test

DSL und Kabelanschluss ist für Viele mittlerweile eine Selbstverständlichkeit.  Die Anbieter buhlen mit immer schnelleren Verbindungen um die Gunst der Nutzer. Wer ab und zu Preise vergleicht, kann viel Geld sparen. Das Magazin "Finanztip" hat jetzt die günstigsten Tarife für Normalnutzer und Vielnutzer verglichen. Zu Gast im Studio: Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur Finanztip.

Am weitesten verbreitet sind Internetanschlüsse per Telefonkabel (DSL) und TV-Kabel. Die unterscheidet im Wesentlichen, dass es pro Mietshaus nur einen Kabelanbieter gibt, bei DSL kann der Verbraucher zwischen mehreren Anbietern wählen. Ein DSL Anschluss ist im Prinzip überall möglich. Dagegen ist nur etwa die Hälfte der Haushalte mit Kabel versorgt.

Beide Arten bieten günstige Tarife, deren Umfang für die meisten Nutzer im Alltag ausreicht und beinhalten eine Festnetz Flatrate. Wenn ich aber ein TV-Kabel nutzen will, um im Internet zu surfen, kommt zum Tarif des Internetanbieters fast immer noch die Nutzungsgebühr des Kabelanbieters hinzu. Denn Kabelanbieter bieten natürlich auch Kombitarife für Internet, Telefon, Fernsehen. Man kann einen Kabeltarif aber auch nur für Internet und Telefon wählen, also ohne Fernsehen. Das geht ja auch über Satellit oder das Internet. Allerdings zahlt man für eine Wohnung mit Kabelanschluss normalerweise ohnehin eine zusätzliche Kabelgebühr. Egal, ob der Anschluss genutzt wird oder nicht. Bei Mietwohnungen geht die Gebühr meist in die Nebenkosten ein.

Die beiden Nutzergruppen bzw. -typen hat "Finanztip" wie folgt definiert. Normalnutzer: Sie surfen häufig im Internet, verschicken emails, hören Musik, laden auch mal größere Datenmengen herunter und spielen von Zeit zu Zeit oder streamen auch Filme in HD. Umfangreicher und intensiver geht es da bei Vielnutzern, Familien und WGs zu: Diese sind besonders viel im Internet, nutzen täglich Musik Streaming, schauen Videos in Topauflösung Ultra HD, laden große Datenmengen herunter und verwenden Cloud Speicher für die Datensicherung.

Im Test überzeugten die folgenden Tarife für Normalnutzer (inkl. Festnetz Flatrate):

Vodafone/Internet&Phone DSL16 – 27 €/Mon.: Download 16 Mbit/s, Upload 1 Mbit/s, Handy19,9 Cent/min.

O2/DSL S – 30 €/Mon.: Download 25 Mbit/s, Upload 5 Mbit/s, Handy Flatrate

Vodafone/Internet&Phone 32 Cable – 29 €/Mon.: Download 32 Mbit/s, Upload 2 Mbit/s, Handy 19,9 Cent/min

Beim Vodafonetarif DSL 16 wird an manchen Adressen ein "Regionalzuschlag" von 5 € erhoben. Sind Sie betroffen, gleich zu O2 wechseln. Sollten Sie schon einen Kabelanschluss von Vodafone im Haus haben, sei die Cable Variante des Anbieters empfohlen, zumal diese mit ihren Leistungen für jene maßgeschneidert ist, die sich anteilig bei beiden Nutzertypen sehen.

Im Test überzeugten die folgenden Tarife für Vielnutzer (inkl. Festnetz Flatrate):

1&1/DSL 50 – 30 €/Mon.: Download 50 Mbit/s, Upload 10 Mbit/s, Handy 19,9 Cent/min.

Vodafone/Internet&Phone 100 Cable – 32 €: Download 100 Mbit/s, Upload 6 Mbit/s, Handy 19,9 Cent/min.

Auch hier gilt: Sollte schon ein Kabelanschluss von Vodafone im Haus sein, empfiehlt sich die Cable Variante des Anbieters.

 

Weder für Normal- noch Vielnutzer wird bei "Finanztip" ein Tarif des Marktführers Telekom empfohlen. Der Grund: Bei vergleichbaren Leistungen deutlich teurer. Für den Normalnutzer zum Beispiel um 12 € im Monat im Vergleich zum Vodafonetarif DSL 16. In Wesentlich machen einen günstigen Tarif aus: Downloadtempo 16 Mbit/s und ein Preis von maximal 30 € im Monat für Normalnutzer. Für Vielnutzer: 50 Mbit/s Download und der Preis sollte bei 33 € ausgereizt sein.

Darauf sollten besonders Preisbewusste außerdem achten: Uploadtempo, Handyaufpreis und  Kündigungsfristen. Und es ist einen Versuch wert, beim Anbieter mit Kündigung zu drohen, um vielleicht doch für das nächste Jahr den rabattierten Neueinsteigertarif gewährt zu bekommen. So kann man möglicherweise bis zu 100 Euro im Jahr sparen.

Bei den meisten Anbietern kann man einmal im Jahr kündigen, bei einigen monatlich. Von diesen fordern dann aber die meisten einen Aufpreis für die monatliche Kündigung.

Will man kündigen, um zu einem günstigeren und vielleicht auch schnelleren Anbieter zu wechseln, sollte dies beachtet werden, um die Chancen auf einen nahtlosen Übergang zu erhöhen: Hat man bereits einen DSL Anschluss, überträgt man diesen am besten auf den neuen Anbieter. So muss kein neuer Anschluss beantragt werden. Unbedingt die Kündigungsfrist des alten Vertrages beachten, meist einmal im Jahr und mindestens 3 Monate vor Vertragsende. Weiterhin: Um einen nahtlosen Übergang zum neuen Anbieter zu haben, bei diesem schon Monate vorher den neuen Tarif bestellen und konkret vereinbaren, wann der neue Vertrag starten soll. Auch frühzeitig entscheiden, ob man den Router selbst installieren oder einbauen lassen will. Dann sollte auch frühzeitig die technische Unterstützung geordert werden.

Eine weitere Möglichkeit ist, den neuen Anbieter an eigener Stelle kündigen zu lassen. Man behält dann automatisch auch die alte Telefonnummer, spart Papierkram und erhöht die Chancen für einen nahtlosen Übergang.

Trotzdem, egal welche Kündigungs- und Neuvertragsvariante man wählt: Immer wieder ist von Übergangslücken zu hören, manche sind tage- oder sogar wochenlang ohne Internetverbindung und Telefonanschluss. Internetanbieter reagieren oft sehr unflexibel auf kleinste Formfehler, etwa ein Bindestrich im Doppelnamen vergessen und der alte Anbieter stellt sich quer. Bei technischen Problemen schieben sich alter und neuer Anbieter gern den schwarzen Peter zu. Ist die Leitung zudem von der Telekom angemietet, hat man schon drei Streithähne.