Frauenbeine auf Fahrrad (Bild: Colourbox)
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Service - Der Frühjahrscheck fürs Fahrrad

Der Frühling ist der richtige Zeitpunkt, sein Fahrrad einem gründlichen Check zu unterziehen. Was kann man selbst machen und was überlässt man besser einem Fachmann? Das beantwortet uns Hartmut Gruber, der die Selbsthilfewerkstatt des ADFC in Berlin leitet. zibb-Reporterin Corinna Meyer gibt ihr Rad vertrauensvoll in seine Hände und bekommt dabei viele praktische Tipps.

Wer nicht das ganze Jahr über auf zwei Rädern unterwegs ist, holt sein Rad wahrscheinlich im Frühling aus dem Keller oder der Garage - zibb hat die Tipps für den grundlegenden Frühjahrscheck beim ADFC Berlin eingeholt. Der ADFC bietet wöchentlich Selbsthilfekurse an. Kursleiter Hartmut Gruber erklärt die wichtigsten Punkte: Kette, Luftdruck und Bremsen.

Kette
Sehr verschmutzte Ketten erst mal grob reinigen - zum Beispiel mit einer alten Zahnbürste -, dann einfetten mit einem speziellen Kettenöl. Die Kette an der Pedale kurbeln, dabei auf den unteren Teil der durchlaufenden Kette vorsichtig das Fett träufeln, gut verteilen und ggf. überschüssigen Glanz mit einem Lappen abnehmen.
Bei Rädern ohne oder mit Naben-Gangschaltung hilft er auch beim richtigen Sitz nach: Dafür das Hinterrad in der Halterung lösen und so weit nach hinten ziehen, bis die Kette schon ein wenig Spannung hat, aber nicht komplett fest sitzt.

Luft
Zu wenig Luft macht langsam und keinen Spaß beim Fahren – und es kann richtig schädlich für den Mantel sein: An der Flanke entstehen Risse, wenn auf Dauer mit zu geringem Luftdruck gefahren wird.
Je nach Ventilart - französisch, Auto- oder Blitzventil - den richtigen Pumpaufsatz nutzen. Wie viel Luftdruck ein Reifen braucht, steht auf jedem Reifenmantel. Und allen, die wirklich mal einen Platten flicken müssen, empfiehlt Hartmut Gruber dringend solche Hebelchen aus Plastik. Damit lässt sich der Mantel leicht lösen, und der Schlauch bleibt heile.

Bremsen
Die sollten noch genug greifen können. Um das zu prüfen, lässt sich das Korbsystem an der Bremse oberhalb des Reifens öffnen. So können Sie besser einsehen, wie gut die Bremsen noch sind. Bremsbeläge haben meist Rillen, die anzeigen, wie weit sie schon abgefahren sind.
Vor allem bei neuen Belägen stellt Hartmut Gruber die Bremsen auch wieder anders ein: Am Bremshebel sind Schräubchen, mit denen sich die Spannung regeln lässt. Wenn die Bremsen gut greifen, der Reifen aber ohne zu schleifen läuft, ist die Einstellung korrekt.
Der Experte empfiehlt zudem: Alle Lampen prüfen und Schrauben festziehen, damit auch Gepäckträger und Schutzbleche leise bleiben.

Wer mag, putzt sein Fahrrad zum Frühjahr noch mal richtig raus – einfach mit Wasser und Spülmittel oder Neutralreiniger – Hochdruckreiniger würden das Innenleben kaputt machen. Wichtig sind dabei die Felgen, damit die Bremsen dann wieder gut greifen können.
Mit passenden Einstellungen, geölter Kette und prallen Reifen radelt es sich gleich genüsslicher. Und für dieses besondere Frühjahr gibt es sogar eine Schutzausrüstung vom Hersteller „Fahrer Berlin“: Der bietet sonst coole Fahrrad-Taschen und Accessoires und lässt in der aktuellen Situation in Brandenburg Mund-Nasenschutze nähen. Die schützen andere vor einer Tröpfcheninfektion und die Radfahrerin selbst vor Staub, falls der Verkehr irgendwann wieder zunimmt.

Beitrag von Corinna Meyer