Service - Was tun, wenn das Handy weg ist?

Wer sein Handy verliert oder wem es gestohlen wird, dem droht in der Regel großer Ärger. Es gehen nicht nur Daten wie Fotos oder Adressen verloren, sondern sensible Informationen könnten in kriminelle Hände gelangen. Doch man kann schon Einiges tun, bevor so etwas passiert. 

Fast 600 Smartphones werden täglich in Deutschland gestohlen, noch viel mehr vermutlich irgendwo vergessen oder verloren. Für viele ist das eine Katastrophe. Denn nicht nur Fotos, auch Passwörter und sensible Daten sind dann in fremder Hand.

Handyortung und Datenlöschung

Die meisten Handyanbieter bieten eine Ortungs- bzw. Suchfunktion fürs Smartphone an. Sie kann – je nach Handytyp - im Gerätemanager oder in den Einstellungen aktiviert werden.

Ist sie aktiv, kann man sich per Computer in seinen Account einloggen und den Punkt "Smartphone suchen" anklicken.

Sollte man das Handy nicht einfach verlegt haben, sondern es tatsächlich gestohlen worden sein, kann man über die Suchfunktion aus der Ferne auch den Zugriff aufs Smartphone sperren und es sogar auf die Werkseinstellungen zurücksetzen, d.h. alle Daten löschen. Aber all das funktioniert nur, wenn das Handy eingeschaltet und mit dem Internet verbunden ist.

Wer noch ein älteres Handy ohne integrierte Ortungsfunktion besitzt, kann alternativ eine Anti-Diebstahl-App installieren, mit der sich das Handy ebenso orten lässt.

Schadensbegrenzung
1. Um den Schaden zu begrenzen, sollte man seinen Telefonanbieter anrufen und die SIM-Karte sperren lassen. Bei vielen Anbietern geht dies inzwischen auch online.

Wer die Telefonnummer seines Anbieters nicht parat hat, kann alternativ auch die zentrale  Sperrhotline „116 116“ – oder aus dem Ausland 0049 116 116 - anrufen.

2. Konnte man das verschwundene Handy nicht orten und die Daten aus der Ferne löschen, z.B. weil es der Finder oder Dieb  bereits ausgeschaltet hatte, sollte man alle auf dem Handy hinterlegten Passwörter, beispielsweise vom E-Mail-Konto oder der Banking-Software, ändern.

3. Ebenso wichtig ist eine Anzeige bei der Polizei, damit man das Handy, falls es irgendwo sichergestellt wird, zurück erhält. Bei einigen Mobilfunkanbietern ist die Anzeige auch Voraussetzung einer Haftungsbeschränkung für die nach dem Diebstahl geführten Gespräche. Stellt man keine Anzeige, kann es sein, dass man für Gespräche zahlen muss, die der Dieb geführt hat. Für die Anzeige bei der Polizei benötigt man die IMEI-Nummer.

IMEI-Nummer
IMEI steht für „international mobile equipment identity“; das ist die individuelle Gerätenummer eines jeden Handys, vergleichbar mit der Fahrzeugnummer eines Autos. Sie wird weltweit theoretisch nur einmal vergeben; mit ihr lässt sich jedes Handy eindeutig identifizieren. Die IMEI-Nummer hat bis zu 15 Ziffern

und befindet sich auf dem Handykarton. Am besten notiert man sie sich bei einem neuen Gerät gleich auf einem separaten Zettel. Hat man die Verpackung bereits entsorgt, findet man die IMEI-Nummer auch noch direkt im Mobiltelefon, meist hinter dem Akku. Oder man gibt einfach die Tastenkombination *#06# ein. Dann wird sie über die Anruftastatur angezeigt.

Datensicherung im Vorfeld
Ein regelmäßiges Back-up aller auf dem Handy gespeicherter Daten wie Fotos, Adressen, Telefonnummern etc. ist ein absolutes Muss, damit die Daten beim Verlust des Handys nicht auf Nimmerwiedersehen verloren sind.
Das Backup kann man auf einem Laptop, einer externen Festplatte  oder in der Cloud speichern.

Einrichten einer Bildschirmsperre im Vorfeld
Um das eigene Handy vor einem  unberechtigtem Zugriff durch Fremde zu sichern, sollte man im Vorfeld in jedem Fall eine Bildschirmsperre einrichten: entweder per Zahlencode, Fingerabdruckscan oder Gesichtserkennung.


Studiogast: Sven Oswald, rbb Multimediaexperte

Beitrag von Gela Braun