Drei Sofortbildkameras im Test (Quelle: rbb)
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Drei Sofortbildkameras im Test (Quelle: rbb) | Bild: rbb

Service - Die Rückkehr der Sofortbildkamera

Es ist ein paar Jahrzehnte her, da war die Sofortbildkamera der absolute Renner: Ein Knopfdruck - und schon kam das Foto vorne aus dem Apparat. Jetzt erlebt die Sofortbildkamera ihr Comeback. Die Preise reichen von rund 80 bis 240 Euro. Wir fragen zibb-Fotoexperten Jörg Pitschmann, ob der Retro-Trend was taugt.

Drei aktuelle Sofortbild-Kameras im Vergleich

Fotograf und rbb-online-Redakteur Jörg Pitschmann nahm für uns drei aktuelle Kamera-Modelle unter die Lupe:
1. die „Polaroid-Originals One Step+“, erhältlich ab 120 Euro, die dem Original aus den 70zigern nachempfunden ist, und mit der man Sofortbilder im Original-Polaroid-Format 8x8 cm machen kann
2. die „Instax SQ20“ von Fuji-Film, ab 170 Euro im Handel, mit Abzügen im Format 6x6 cm
3. die „Leica Sofort“ für 299 Euro mit kleinen Sofortbildprints im Scheckkartenformat (6,2 x 4,6 cm)

„Polaroid Originals One Step+“
An der Kamera lässt sich nur wenig einstellen, lediglich zwischen Portrait- und Weitwinkelobjektiv wechseln und die Belichtungszeit verkürzen oder verlängern, falls die Umgebung ausgesprochen hell oder sehr dunkel sein sollte.
Die Kamera blitzt automatisch bei jeder Aufnahme. Ausschalten lässt sich der Blitz nur, indem man während des Auslösens gleichzeitig eine Taste auf der Rückseite drückt – etwas umständlich.
Der Bildausschnitt entspricht nicht dem Bild, das man durch den Sucher sieht.
Die Bildqualität ist laut Fotograf Jörg Pitschmann unzulänglich, zu hell, mit flauen Farben und einer Tendenz zum Rotstich.

„Leica Sofort“
Hier kann man zwischen etlichen Einstellungen wählen, z.B. Sport-, Makromodus oder Langzeitbelichtung. Der Blitz lässt sich bequem im Vorfeld ein- oder ausschalten. Zudem sind Timer-Aufnahmen möglich.
Auch bei der „Leica Sofort“ stimmt der Bildausschnitt im Sucher nicht mit dem fotografierten Bild überein, was sich besonders bei Makroaufnahmen negativ bemerkbar macht.
Die Farben und Kontraste allerdings sind laut Fotograf Jörg Pitschmann im Unterschied zur „Polaroid Originals“ bei der „Leica Sofort“ weitaus besser. Gewöhnungsbedürftig erscheint allenfalls das kleine Scheckkartenformat der Fotos.

„Instax SQ20“ von Fuji Film
Diese Kamera ist eine digitale Sofortbildkamera, d.h. jedes Foto wird zunächst digital gespeichert und kann vor dem Ausdrucken noch nachbearbeitet werden - oder bei Nichtgefallen – auch einfach wieder gelöscht werden. Das spart Filmmaterial.
An der Kamera selbst gibt es unzählige Einstellungsmöglichkeiten und einen Zoom, um den Bildausschnitt zu verändern.

Diese Kamera gefiel Fotograf Jörg Pitschmann am besten, weil die gut in der Hand liegt, einfach zu bedienen ist und unglaublich viele Einstellmöglichkeiten bietet. Ferner sind Farben und Kontraste deutlich besser als bei den anderen beiden Kameras.

Kosten des Filmmaterials
Ziemlich teuer sind die Fotos bei allen drei Kameras.
Bei der „Polaroid Originals“ kostet ein Bild  im 8x8-Format knappe 2 Euro.
Bei der Leica zahlt man für einen Abzug im Scheckkartenformat 70 Cent.
Und bei der Fuji kostet ein Bild im 6x6-Format 90 Cent.

Spaß macht das Fotografieren mit den Kameras trotzdem – Polaroidfeeling im Digitalzeitalter.

Beitrag von Gela Braun