Service - Raspeln, mixen, kneten: Küchenmaschinen im Test

Sie rühren, kneten, schneiden und raspeln. Die einen gut, die anderen weniger.  Küchenmaschinen sollen Hobbyköchen und Freizeitbäckern die Arbeit erleichtern. Das kommt gerade jetzt zur Weihnachtszeit vielen wie gerufen. Es gibt sie als so genannte Foodprozessoren und als klassische Variante mit Schwenkarm. Die Stiftung Warentest hat jetzt beide Produktgruppen untersucht.

Die Modellpalette ist groß, manche kommen mit einem Schwenkarm, andere mit einem Food Prozessor daher. Eine wichtige Rolle spielt die Leistungsfähigkeit des Motors. Wir verraten die Stärken und Schwächen der Geräte und sprechen über die Testergebnisse im Detail. Die Foodprozessoren werden von unten mit einem Motor angetrieben. Sie sind meist kleiner und kompakter mit kleineren Gefäßen. Beim klassischen Gerät mit Schwenkarm kommt die Kraft dagegen von oben.

Die Hersteller werben damit, dass ihre Maschinen Käse reiben, Kräuter hacken, Teig kneten, Möhren raspeln und noch mehr können. Im Test überzeugte jedoch keine einzige Maschine in allen Disziplinen. Jede hatte andere Stärken und Schwächen. Die einen konnten gut Sahne schlagen, die anderen gut Petersilie hacken, wieder andere besonders gut Teig rühren. Tatsächlich hat die jeweilige Bauweise Vor- und Nachteile. Dass die Kraft bei den klassischen Küchenmaschinen von oben kommt, ist vorteilhaft für geduldiges Kneten von Teigen, die Zeit brauchen. Teig kneten können aber auch Foodprozessoren ganz ordentlich. Allerdings können Küchenmaschinen mit Schwenkarm mehr Teig auf einmal verarbeiten. Auch beim Sahneschlagen liegt diese Produktart klar vor den Foodprozessoren. Die Sahne wird schön luftig und voluminös.

Von den zwölf getesteten Küchenmaschinen sind viele eher mittelmäßig. Nur zwei schaffen das Gesamturteil „gut“. Beides sind vergleichsweise teure Foodprozessoren: Der Magimix 5200 XL für 450 Euro und das Modell Artisan Food Processor von KitchenAid für 570 Euro. Sie verfügen als einzige über einen Sicherheitsmechanismus. Das heißt die Schneidemesser stoppen, sobald der Stopfer rausgezogen wird. Außerdem sind sie sehr gut in der Haltbarkeit.

Dass teuer aber nicht immer besser bedeutet, zeigt die Küchenmaschine von WMF für 450 Euro. Sie patzte im Dauertest und zeigte auch in anderen Prüfpunkten Schwächen. Für sie und für das Modell Silvercrest von Lidl gab es jeweils nur das Urteil „mangelhaft“.

Probleme mit der Sicherheit
Bis auf die zwei „guten“ Geräte im Test haben alle anderen keinen Sicherheitsmechanismus. Das heißt, der Deckel oder der Stopfer lässt sich auch während des Betriebs öffnen. Das scharfe, rotierende Messer schaltet nicht ab. Das ist laut EU-Norm zwar erlaubt, wäre aber vermeidbar und ist ein Sicherheitsrisiko, vor allem bei Kindern im Haushalt. Deutschland hat Einspruch gegen diese Regelung eingelegt, jetzt muss die EU-Kommission entscheiden. Die Stiftung Warentest wertet Geräte ohne Sicherheitsvorkehrung aber schon jetzt ab.

Studiogast: Reiner Metzger von der Stiftung Warentest.

Beitrag von Sina Krambeck