Service - Geschirrspüler im Warentest

In drei von vier Haushalten sind sie täglich im Einsatz: Geschirrspüler. Dabei wird viel von ihnen verlangt: Sie sollen schmutziges Geschirr blitzblank reinigen und das möglichst leise. Dazu sollen sie lange halten und nur wenig Wasser und Strom verbrauchen. Die Stiftung Warentest hat jetzt Einbau-Geschirrspülmaschinen mit der niedrigsten Energieeffizienzklasse A + getestet.

Zu Gast im Studio: Studiogast: Dr. Axel Neisser, Stiftung Warentest

Zum ersten Mal wurden die Maschinen einem Dauertest unterzogen. Nachdem immer mehr „test“-Leser über Probleme mit ihren Maschinen berichtet hatten, hat die Stiftung Warentest nun auch die Haltbarkeit in einem Dauertest geprüft. Dabei liefen die Geschirrspüler (von jedem Modell jeweils 3 Exemplare) monatelang 24 Stunden am Tag. So wurde eine 10-jährige Nutzung simuliert.

Das Ergebnis überraschte die Tester: Fast jede dritte Maschine fiel aus, schaffte also nicht die simulierten 10 Jahre Haltbarkeit. Und  zwar meist von jedem Modell jeweils eins. Daher ist das Ergebnis schwierig zu interpretieren. Da sie nur drei und nicht etwa 100 Geräte pro Modell testen konnten, weiß man nicht, ob der Ausfall einer noch akzeptablen Fehlerquote entspricht oder nicht.

Die Probleme waren unterschiedlich: Einige Spülmaschinen liefen aus, andere ließen sich nicht mehr starten, andere trockneten nach einigen Spülgängen nicht mehr…

Es gab zwei Modelle, die den Dauertest mit allen drei Geräten schafften. Das waren die Geräte von Bosch für 705 Euro und die von Constructa  für 590 Euro. Doch auch diese Geräte mit der Energieeffizienzklasse A + kann die Stiftung Warentest nur eingeschränkt empfehlen, da sie deutlich mehr Strom und Wasser verbrauchen als die Geräte aus dem Vorjahres-Test mit der Energieeffizienzklasse A +++. Außerdem bieten sie nur wenig Komfort bei der Handhabung und sind vergleichsweise laut. Über ein „befriedigend“ kam daher kein Modell im aktuellen Test hinaus.

Allerdings gibt es aus dem Vorjahres-Test noch Modelle im Handel, die ein „gut“ bekommen haben. Im Test von 2017 waren Geräte mit der Energieeffizienzklasse A +++ und A ++. Sie sparen deutlich Strom und Wasser gegenüber der schlechtesten Klasse A +, die diesmal getestet wurde.

Einige für "gut" befundene Geschirrspüler (Test 2017)

Hersteller        Modell                    Preis (ca.)

Miele               G 6770 SCVi              1270 €

Bosch               SMV 68 MD 02E        595 €

Siemens           SN658 D02 ME          595 €

Constructa       CG4A53V8                 465 €

Reparieren oder neu kaufen?

Bis zu zwei Jahre nach dem Kauf gilt noch die gesetzliche Gewährleistungsfrist, d.h. für Reparatur oder Umtausch kommt der Hersteller auf. Teuer wird es für den Verbraucher erst danach. Dann stellt sich die Frage: Reparieren oder neu kaufen? Die Produktion eines Geschirrspülers ist sehr energie- und ressourcenaufwendig. Ein Gerät zu reparieren, statt es neu zu kaufen, lohnt sich daher für die Umwelt auf jeden Fall.

Finanziell rechnet sich die Reparatur eines Geschirrspülers laut Stiftung Warentest meist nur bei teuren Geräten, für die der Käufer mehr als 700 Euro bezahlt hat. Faustregel: Verbraucher sollten in den ersten fünf Jahren maximal die Hälfte des Kaufpreises für Reparaturen ausgeben. Je älter das Gerät ist, umso weniger.

Und so manches Problem lässt sich auch selbst beheben: Spült die Maschine nicht mehr gründlich, liegt das möglicherweise nur an einem verstopften Sieb. Das sowie die Sprüharme kann man selbst reinigen und zwar idealerweise einmal im Monat.

Bevor man eine Werkstatt oder den Kundendienst mit einer Reparatur beauftragt, sollte man vorab die Kosten erfragen und vergleichen. Nach Recherchen der Stiftung Warentest sind allein schon die Ersatzteile des Kundendienstes der Hersteller deutlich teurer als die von freien Werkstätten. Hinzu kommen dann die Stundenlohnkosten u.a.

Fazit: Lieber zu einem Modell mit mindestens der Energieeffizienzklasse A ++ greifen, nochmal einen Blick auf den Test von 2017 werfen und wenn die Maschine dann doch mal kaputt ist, sorgfältig abwägen, ob sich eine Reparatur lohnt oder nicht.

Beitrag von Sina Krambeck