Sonne, Himmel, Wolken (Quelle: Colourbox)
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Service - So produzieren Sie Strom aus Sonnenenergie!

Die Sonne scheint immer häufiger und intensiver. Es lohnt sich auch in unseren Breitengraden zunehmend, die Sonnenenergie zur Stromerzeugung zu nutzen – entweder per Photovoltaikanlage auf dem Hausdach oder per Mini-Modul für Balkon oder Garten.

Studiogast: Florian Munder, Energieberater Verbraucherzentrale Berlin

Photovoltaikanlagen auf dem Hausdach

Grundsätzlich kann sich jeder Hausbesitzer eine Anlage auf dem Dach installieren lassen, sofern Sonnenausrichtung, Dachschräge und -größe dafür geeignet sind. Bei Besitzern einer Eigentumswohnung müssen die Miteigentümer zustimmen.

Einsparpotential
Auch wenn die Einspeisevergütung für Solarstrom, den man ins Netz einspeist, von Jahr zu Jahr gekürzt wurde und derzeit nur noch bei 10 Cent pro kWh liegt, lohnt sich Photovoltaik noch immer, denn die Anschaffungskosten für die Anlagen sind enorm gesunken, und der Strompreis hat sich in den vergangenen zehn Jahren quasi verdoppelt.
Eine Solaranlage rechnet sich umso schneller, je mehr Solarstrom man selbst verbraucht. Denn für den Strom vom Dach muss man viel weniger zahlen als für Strom aus dem Netz. Strom aus dem Netz kostet derzeit rund 30 Cent pro Kilowattstunde. Bei einer Photovoltaik-Anlage ist der selbst erzeugte Strom quasi kostenlos, sobald die Anlage abbezahlt ist. Je nach Größe und individuellem Stromverbrauch haben sich die Anlagen in der Regel nach 10 bis 14 Jahren amortisiert.

Kostenbeispiel

Für ein Einfamilienhaus mit einem Jahresstromverbrauch von 3.000 Kilowattsunden benötigt man – unter optimalen Bedingungen – eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von drei Kilowatt-Peak. Der Anlagenpreis liegt pro Kilowatt-Peak zurzeit bei rund 1.700 Euro brutto, d.h. für eine Anlage mit drei Kilowatt-Peak müsste man rund 5.100 Euro investieren. Kauft man noch einen Batteriespeicher dazu, fallen noch einmal rund 1.000 Euro pro Kilowattstunde Batteriekapazität an. Diese Investition kann sinnvoll sein, um auch abends, wenn die Sonne nicht mehr scheint, vom selbsterzeugten Strom zu partizipieren und damit den Selbstversorgungsgrad zu steigern.

Fördermittel
Neben zinsgünstigen KfW-Krediten für Investitionen in erneuerbare Energien und der Einspeisevergütung wird es in Berlin bald Zuschüsse beim Kauf von Batteriespeichern für neu errichtete Photovoltaikanlagen geben. Das Land zahlt dann unter bestimmten Bedingungen 300 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität. Maximal können Antragsteller 15.000 Euro erhalten. Ganz wichtig: Den Antrag auf Förderung muss in der Regel gestellt werden, bevor man eine Anlage kauft.

Anmeldung der Anlage
Zum einen muss man die Photovoltaik-Anlage beim Stromnetzbetreiber anmelden. Das erledigt der Elektriker, der die Anlage anschließt. Außerdem muss man sie im sogenannten „Marktstammregister“der Bundesnetzagentur eintragen lassen; das geht online, wenn es der Elektriker nicht übernimmt. Nur mit dieser Anmeldung hat man  Anspruch auf die Einspeisevergütung. 

Steuer auf Solarstrom
Für die erhaltene Einspeisevergütung muss man Einkommenssteuer abführen; die Kosten für die Anlage kann man aber gegenrechnen. Unter Umständen ist man auch umsatzsteuerpflichtig.


Minisolarmodule für Balkon, Terrasse oder Garten

Installation
Einige Minisolarmodule lassen sich einfach an eine Haushaltssteckdose anschließen; für andere benötigt man eine spezielle Einspeisesteckdose, eine sogenannte Wielandsteckdose, die ein Elektriker installiert. Auch Mieter können Solar-Module auf dem Balkon installieren, sofern der Vermieter einwilligt.

Kosten und Einsparpotential
Da Balkon-Solarmodule recht einfach aufgebaut sind, kosten sie nur zwischen 300 und 600 Euro. Die Leistung der Geräte liegt zwischen 200 und 600 Watt, d.h. sie erzeugen 200-600 kwh Strom  im Jahr. Dieser fließt direkt ins Haushaltsstromnetz und reicht in der Regel aus, um die sogenannte Grundlast des Haushaltes, also Geräte in Stand-By-Funktion und dauernd laufende Haushaltsgeräte wie Kühl- oder Gefrierschrank und Router zu betreiben. Im Jahr kann man so 40 bis 70 Euro an Stromkosten sparen.

Wenn das Balkonmodul doch einmal mehr Strom liefert, als man gerade verbraucht, wird der überschüssige Strom ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Aus diesem Grund muss man die Balkon-Module auch beim Netzbetreiber anmelden. Dieser teilt einem dann mit, was man zu tun hat.

Eine Einspeisevergütung würde man nur bekommen, wenn man einen Zähler installiert und die Mini-Anlage auch bei der  Bundesnetzagentur anmeldet. Dies lohnt sich bei den Mini-Überschüssen aber nicht, weil selbst an einem sonnigen Tag in der Regel keine allzu großen Überschüsse ins öffentliche Stromnetz  eingespeist werden.

Beitrag von Gela Braun