Service - Sprachassistenten im Vergleich

Sprachassistenten sind total angesagt. Sie beantwortet unsere Fragen, etwa nach dem Wetter oder den Fußballergebnissen, sie können das Licht steuern oder uns unterhalten, etwa Musik oder Filme auf Zuruf abspielen. Zwei Geräte buhlen vor allem um die Gunst der Käufer: Amazons ECHO und Googles HOME.

Wer von uns träumt nicht hin und wieder von einem Butler, der uns rund um die Uhr unsere Wünsche auf Zuruf erfüllt, uns an wichtige Termine erinnert und Einkaufslisten für uns schreibt. Dieser Traum soll nun erfüllt werden mit Hilfe von digitalen Sprachassistenten. Zwei Systeme gibt es zurzeit auf dem Markt: Amazon Echo mit seiner Sprachsoftware „Alexa“ und ganz neu seit August: „Google Home“. Was können diese Geräte und wie alltagstauglich sind sie? Wir haben es getestet.

Für die Installation braucht man die kostenlose App des jeweiligen Gerätes. Die gibt’s für Android und iOS. Hat man diese auf seinem Smartphone installiert, führt die App einen schrittweise durch die Installation von Amazon Echo beziehungsweise Google Home. Via App verbindet man die Sprachassistenten mit seinem jeweiligen Nutzerkonto und dem WLAN. Mit den Sprachbefehlen „Alexa“ bzw. „Okay, Google“ erwachen die smarten Boxen zum Leben.

Was können Alexa und Google Home? 
Die Funktionsweise beider Geräte ist ähnlich. Sie lesen anstehende Termine vor, beantworten Fragen nach dem Wetter, den letzten Bundesliga-Ergebnissen oder der Biografie von Angela Merkel. Dafür werden die Fragen in Sekundenbruchteilen an die Server geschickt und mit den riesigen Datenbanken der IT-Unternehmen abgeglichen. Allerdings verliert Alexa bei Folgefragen schnell den Faden, während Google Home auch bei der dritten Frage noch versteht, dass sich „Mit wem ist sie verheiratet?“ auf Angela Merkel bezieht. Beim Kontextverständnis hat Google also (noch) klar die Nase vorn.
Mit dem Befehl „Was gibt’s neues“ spielt Alexa die letzte „Tagesschau in 100 Sekunden“ ab, während Google Home die Nachrichten von Deutschlandfunk abspielt.

Multimedia-Wünsche
Sowohl Amazon als auch Google arbeiten mit externen Diensten wie zum Beispiel dem Musik-Streamingdienst Spotify zusammen. Während Alexa nur Musik aus der kostenpflichtigen Spotify-Variante abspielt, ist bei Google Home seit neustem auch der Stream mit der Gratis-Version möglich. 
Beide Lautsprecher können darüber hinaus per Bluetooth mit anderen Geräten verbunden werden, deren Musik sie dann abspielen. Das funktioniert sowohl mit auf Smartphones gespeicherten Songs als auch mit Streaming-Diensten.
Per Chromecast-Stick, der an den Fernseher angeschlossen wird, kann Google Home auf Zuruf zum Beispiel YouTube-Videos oder Netflix-Serien abspielen. Mit Amazon soll das per Fire Stick ebenfalls möglich sein.

Helfer im Smart Home-Bereich
Amazon Echo und Google Home lassen sich per App mit bestimmten Smart Home-Geräten verbinden und können so durch Zuruf zum Beispiel das Licht an- und ausschalten oder das Heizungsthermostat auf die gewünschte Temperatur regeln. Um Alexa neue Fähigkeiten beizubringen, kann jeder Anwender so genannte „Skills“ herunterladen. Mehr als 15 000 gibt es bereits. So zum Beispiel den Skill „Fleckentfernung“. Ist der Inhalt der Kaffeetasse auf dem weißen Teppich gelandet, erhält man dann durch den Befehl „Alexa, frag Fleckentferner“ guten Rat, wie dieser wieder zu entfernen ist. Google Home Nutzer sind dagegen bei neuen Fähigkeiten auf Updates von Google angewiesen.

Einkaufen mit Alexa
Voraus­setzung für Einkäufe auf Zuruf ist ein Kunden­account bei Amazon. Das muss nicht zwingend der kosten­pflichtige Prime-Account sein. Ein einfacher Befehl wie  „Alexa, bestelle Taschentücher“ löst den Vorschlag „Das Top-Sucher­gebnis für Taschentücher der Marke ..., soll ich kaufen?“ aus. Antwortet man mit Ja, löst dies die Bestellung aus. Allerdings fehlen ein Preis­vergleich und alternative Angebote.

Spion im Wohnzimmer?
So ein Gerät, das ständig in den Raum hineinhorcht, hat etwas Unheimliches. Holt man sich dadurch etwa einen Spion ins Haus? Was diese Sorge angeht, gibt die Stiftung Warentest Entwarnung. Ihrer Untersuchung zufolge speichern Amazon Echo und Google Home tatsächlich nur die paar Sekunden die Befehle auf, die nach den Signalwörtern „Okay Google“ bzw. „Alexa“ gegeben werden. Eine Rund-um-die-Uhr-Aufzeichnung findet nicht statt. Allerdings sehen die Tester ein anderes Problem: Wer die Sprachassistenten nutzt, gibt damit den jeweiligen Unternehmen sehr viel von sich preis. Durch die Verknüpfung mit dem jeweiligen Nutzerkonto erfahren Amazon und Google viele Details über ihre Nutzer und können ein detailliertes Persönlichkeitsprofil erstellen. Ob man das will, muss jeder für sich entscheiden.

Auch die Speicherung der Stimme auf den Servern sieht die Stiftung Warentest kritisch. Weil biome­trische Daten wie die eigene Stimme zunehmend Pass­wörter ersetzen, sehen die Verbraucherschützer es als bedenklich an, wenn Stimm­beispiele als Tonaufzeichnung ins Internet gehen.

Beitrag von Sina Krambeck