Eine Toilette in rosé gehaltener Umgebung (Bild: colourbox.com)
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Service - Nie wieder verstopfte Toiletten

In der Toilette landet viel, was dort nicht hineingehört. Das Ergebnis sind nicht nur verstopfte und verfettete Abwasserleitungen, es führt auch zur Verunreinigungen unseres Trinkwassers. Was sind die Hauptfehler? Wir haben eine Potsdamer Firma begleitet, die einen 24 Stunden Sanitär-Service anbietet und lassen uns Tipps geben.

Studiogast: Stephan Natz, Berliner Wasserbetriebe

Es lässt sich kurz und knapp sagen: Die Toilette ist kein Mülleimer. Landen Dinge darin, die nicht hineingehören sind nicht selten kostspielige Rohrreinigungen nötig.
Spitzenreiter unter den fehlgeleiteten Abfällen sind Hygieneartikel wie Windeln, Slipeinlagen, Binden, Tampons, Kondome, Kosmetiktücher, Wattestäbchen, Heftplaster, Mullbinden, Feuchttücher und Zahnseide.
Einige dieser Gegenstände sorgen schon wegen ihrer Größe für Verstopfungen, andere saugen sich mit Wasser voll und werden dann zum Problem.
Der Grund, warum viele dieser Gegenstände fatalerweise lieber in der Toilette weggespült werden als im Badezimmer-Mülleimer zu landen, ist, weil wir nicht wollen, dass diese nach ihrer Entsorgung von anderen wahrgenommen werden – etwa durch lästige Gerüche.
Um dies zu gewährleisten empfiehlt es sich, antibakterielle, duftende Müllbeutel im Badezimmer zu haben, benutzte Hygieneartikel darin zu entsorgen und anschließen in den Mülleimer zu werfen.

Auch wenn die Versuchung groß ist, auch Küchenabfälle und Speisereste gehören ebenfalls nicht in die Toilette. Nicht nur weil Verstopfung droht, auch weil in der Toilette heruntergespülte Speisereste Ratten anlocken können, die der Spur der Nahrung folgen und über das Abwasserrohr und die Toilette in die Wohnung gelangen können.
Als Küchenabfälle haben auch Öle und Fette nichts in der Toilette zu suchen. So wird z.B. Frittierfett bei kälteren Temperaturen hart und verstopft das Abflussrohr. Auch Speiseöle, die bei Zimmertemperatur flüssig sind, verkleben die Kanalisation.

Die Hinterlassenschaften von Tieren im Haushalt, wie Vogelsand und Katzenstreu, können in der Toilette Schaden anrichten. Beides ist dafür ausgelegt viel Flüssigkeit aufzunehmen, verklumpt also im Abflussrohr und die Verstopfung ist vorprogrammiert.

Doch nicht nur feste Stoffe haben fatale Folgen: Vor allem giftige Flüssigkeiten belasten das Abwasser und können in den Kläranlagen nicht ausreichend gefiltert werden. Farbreste, Verdünner, Abbeizmittel oder Schädlingsbekämpfungsmittel haben nichts in der Toilette zu suchen. Auch weil diese die Technik der Abwasseranlagen angreifen und Mikroorganismen vernichten können, die in den Kläranlagen zum biologischen Abbau organischer Substanzen eingesetzt werden. Medikamente sollen ebenfalls niemals in der Toilette entsorgt werden: Trotz intensiven Klärens können nicht alle Wirkstoffe herausgefiltert werden. Chemische Flüssigkeiten sollten über die Schadstoff-Sammelstellen entsorgt werden, abgelaufene und nicht mehr benötigte Medikamente in der Apotheke zurückgegeben werden.

Zu guter Letzt weiß jeder, dass man mit Toilettenpapier maßvoll umgehen sollte, um Rohrverstopfungen zu vermeiden. Grobe Papierhandtücher oder Zeitungspapier haben nichts in der Toilette zu suchen, es sei denn, man will einen Klempner beauftragen, um das Rohr anschließend freizukriegen. Und: Wer bei seinem Toilettengang Feuchttücher benutzt, der sollte darauf achten, dass diese selbstzersetzend sind, sonst können sie Schäden an den großen Pumpsystemen der Kläranlagen verursachen.

Weitere Tipps:
Man sollte nicht allzu oft - oder gar ausschließlich - die „Spülstopp-Taste“ benutzen. Denn das kann auch zu Verstopfungen führen, weil zu wenig Wasser fließt.

Um Verstopfungen der Toilette zu beseitigen taugen Rohrfreimittel für den normalen Waschbeckenabfluss nicht allzu viel. Im Gegenteil, ihre Ablagerung können sogar zusätzlich verstopfen, denn Wegwerfwindeln oder Feuchttücher werden durch diese Mittel nicht aufgelöst. Zudem arbeiten sie nicht selten sehr aggressiv und sind hochgiftig.

Als Hausmittel kann die Kombination von ca. 3 Liter Wasser, das kurz nach dem Kochen mit Seife, Duschgel oder Essig versetzt wurde, eingesetzt werden.

Schließlich sind auch die altbekannten mechanischen Hilfsmittel wie Saugglocke und Spirale zu empfehlen. Doch ist die Verstopfung besonders festgefahren, empfiehlt sich ein Sanitär Notdienst. Profis packen es am besten und sichersten. 

Beitrag von Reinhard Rychlik