Ventilator (Quelle: Imago)
imago
Bild: imago

Service - Ventilatoren im Praxistest

Ein Ventilator gegen die Hitze in der Wohnung? Das Angebot ist groß. Darum haben wir uns mal fünf Geräte zu Preisen zwischen 20 und 55 Euro gekauft und den Praxistest gemacht. Dabei haben wir so manche Überraschung erlebt! Schon beim Zusammenbau gabs die ersten Probleme.

Ventilatoren bringen Luft in Bewegung

Ventilatoren erzeugen ein Gefühl von Kühle auf der Haut, indem sie die warme Luft in Bewegung bringen. Im Luftstrom verdunstet Schweiß schneller als ohne Wind, Körperwärme wird besser abgeleitet. Die Folge: Es fühlt sich kühler an, zumindest wenn der Luftstrom ausreichend stark und die Luftfeuchtigkeit niedrig genug ist.

Das richtige Modell finden

Es gibt verschiedene Arten von Ventilatoren:

  • Standventilatoren sind die Allrounder unter den Ventilatoren, weil sie an jedem beliebigen Platz im Zimmer aufgestellt werden können. Wichtig ist, dass ein Standventilator über einen ausreichend großen Fuß verfügt, sodass das Gerät stabil und sicher steht und nicht kippen kann.

  • Tischventilatoren haben meist nicht die gleiche Leistung wie Standventilatoren, sind aber in der Regel leiser und benötigen weniger Platz.

  • Turmventilatoren sind ein Hybridmodell aus Ventilator und Klimaanlage: Im Inneren des Turms befindet sich ein Rohrventilator, der die Raumluft per Unterdruck aufsaugt und aufwirbelt. Dadurch wird die Luft gekühlt und anschließend wieder im Raum verteilt.

  • Deckenventilatoren sorgen für eine gleichmäßige Kühlung ganzer Räume. Deckenventilatoren werden in der Mitte der Zimmerdecke installiert. Warme Luft hat eine geringere Dichte als kalte Luft. Somit ist die warme Luft leichter und steigt nach oben, während die kalte Luft schwerer ist und nach unten sinkt. Ein Deckenventilator beschleunigt diesen Prozess und sorgt für eine gleichmäßige und effektive Umwälzung der Luftmasse eines Raumes.

Darauf sollten Verbraucher beim Kauf eines Ventilators achten

Je größer die Fläche ist, die gekühlt werden muss, desto größer sollte der Ventilator sein. Für das Arbeitszimmer reicht vielleicht schon ein kleiner Tischventilator, den es ab zehn Euro im Handel gibt. Am effektivsten - aber auch am teuersten - sind Turmventilatoren, die man ab 40 Euro kaufen kann. Teure Turmventilatoren für 400 bis 500 Euro besitzen zusätzlich ein Luftreinigungssystem, das Allergene und Schadstoffe aus der Luft filtern kann. Grundsätzlich macht ein Ventilator mit hoher Wattzahl am meisten Wind, entscheidend ist aber letztendlich der sogenannte Luftvolumenstrom - also wie viele Liter Luft das Gerät pro Zeiteinheit umwälzt. Ein Ventilator mit großer Spannweite, vielen Rotorblättern und einem schwachen Motor könnte denselben Zug erzeugen wie ein Ventilator mit wenigen kleinen Rotorblättern und einer großen Drehzahl.

Sicherheitsmängel bei Schutzgittern

Auch über die Sicherheit sollte man sich beim Kauf eines Ventilators Gedanken machen. Die meisten Geräte verfügen über ein engmaschiges Schutzgitter, durch das weder Gegenstände noch Finger gesteckt werden können. Einige Modelle sind jedoch zu weitmaschig oder haben statt eines Schutzgitters mit engen viereckigen Maschen lediglich Längsstreben. Hier können Kinder unter Umständen in die Rotorblätter greifen und sich verletzen.

Ventilatoren richtig aufstellen

Grundsätzlich sollte es vermeiden werden, sich dem direkten Luftstrom des Ventilators auszusetzen, denn dadurch sinkt die Hauttemperatur. "Die darunter liegenden Muskeln kühlen ab und können sich verspannen", erklärt der Hamburger Orthopäde Dr. Torsten Rusch. "Das Ergebnis ist ein steifer Hals oder Bewegungseinschränkungen. Außerdem sorgt der Luftstrom dafür, dass die Schleimhäute unserer Atmungsorgane austrocknen. Die Folge: Wir sind anfälliger für Bakterien, die Erkältungssymptome hervorrufen können."

Ventilatoren sollten daher in einiger Entfernung im Raum aufgestellt werden, am besten im Abstand von 1,80 bis 2 Metern. Außerdem sollte das Gerät auf Oszillation - also dauerhaftes Hin- und Herschwenken - eingestellt werden.

Moderater Stromverbrauch

Der Stromverbrauch von Ventilatoren ist relativ moderat. Berechnet man die Stromkosten für 90 Tage, an denen ein Ventilator täglich zehn Stunden läuft, liegt der Verbrauch je nach Modell etwa zwischen 2 und 12 Euro. Geräten mit Stand-by-Modus sollte nach der Benutzung der Stecker gezogen werden, um Strom zu sparen.

Beitrag von Anneke Müller