WLAN-Router mit Blumentopf, Foto: Colourbox.de
Colourbox.de
Bild: Colourbox.de

Service - So holen Sie mehr aus Ihrem W-LAN raus

Homeoffice, digitaler Unterricht, Videochats – das Internet ist in Corona-Zeiten für die meisten überlebenswichtig. Umso ärgerlicher sind Störungen bei der Verbindung. Im WLAN sind diese besonders häufig. Wie sich dieses Problem beheben lässt, erklärt Digital-Experte Sven Oswald.

WLAN – das steht für Wireless Local Area Network, also drahtloses lokales Netzwerk. Das Internet kommt in der Regel über eine DSL-Leitung zum WLAN-Router. Und der verbindet sich über Funk mit PC, Laptop, Smartphone und weiteren Geräten wie Drucker oder TV. Alles ohne Kabelsalat. So die Theorie. Nicht immer ist das WLAN so stark, dass störungsfreies Arbeiten oder Surfen überall in der Wohnung möglich ist. Und das liegt nicht unbedingt am Anbieter. Das Funk-Signal wird zum Beispiel durch dicke Wände oder andere Geräte in der Wohnung gestört. Es kann schon ein Problem sein, wenn man am Schreibtisch mit dem Rücken zum Router sitzt. Durch einen menschlichen Körper kommt die Funkstrahlung einfach nicht durch.

So funktioniert ein Speedtest
Um zu prüfen, wo der Fehler liegt, empfiehlt Sven Oswald einen Speedtest. Über Anbieter wie breitbandmessung.de oder wieistmeineip.de können Nutzer testen, wie viel Bandbreite überhaupt in der Wohnung ankommt. Dazu den Computer mit einem Netzwerkkabel an den Router anschließen und auf den Seiten der genannten Anbieter den Speedtest aufrufen. Generell gilt: Wenn etwa 6 mbit/s ankommen, ist das für die meisten Anwender völlig okay – auch für Netflix & Co. Es sei denn, mehrere Personen wollen gleichzeitig Filme streamen, dann wird es evtl. knapp und es sollten ca. 16 mbit/s sein.

So funktioniert ein „Meshed Netzwerk“
Ist die Bandbreite, die in der Wohnung ankommt, groß genug, könnte das Problem am WLAN liegen. Um das Internet-Signal in verschiedenen Räumen abrufen zu können, wurde bisher meist ein Repeater installiert – mit einem entscheidenden Nachteil: Mit jedem Repeater halbiert sich das Funksignal. Die Lösung: ein sogenanntes „Meshed Netzwerk“. Das bedeutet, ein großes Netz wird über die ganze Wohnung geworfen. Egal an welchem Standort, die Bandbreite ist immer bei 100 Prozent.

Dafür gibt es verschiedene Systeme. Die Mittelklasse kostet um die 260 Euro. Und das funktioniert so: Zuerst ein Gerät am Router installieren. Mit einer speziellen App den aufgedruckten Code scannen – und in nur wenigen Sekunden ist es angemeldet. Dann einen anderen Zugangspunkt irgendwo zentral in der Wohnung einrichten. Wieder scannen, kurz warten – fertig. Am besten noch mal einen Speedtest durchführen, ob am Lieblingsort in der Wohnung wirklich ein starkes Signal ankommt. Die Investition in ein „Meshed Netzwerk“ lohnt sich laut Sven Oswald für alle, die an verschiedenen Stellen der Wohnung surfen wollen. Wer nur einen bestimmten Lieblingsplatz hat, kann auch erstmal mit der Position des Routers spielen.


Beitrag von Christine Knospe