Frau mit elektrischer zahnbürste (Quelle: Colourbox)
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Service - Besser als mit der Hand? Elektrische Zahnbürsten im Test

Zahnärzte empfehlen sie schon lange - die elektrische Zahnbürste. Im Handel werden entsprechende Produkte in einer Preisspanne von 18 bis 200 Euro angeboten - aber was taugen die? Das klärt die Stiftung Warentest in einem aktuellen Test. Außerdem wurden die dazugehörigen Auswechselbürsten getestet - sowohl die teuren Originalbürsten der Hersteller, als auch die günstigen von Drittanbietern.

Stiftung Warentest hat elf Modelle elektrischer Zahnbürsten getestet – alle mit einem, Preis von unter 100 Euro. Die Testkriterien waren  die Güte der Zahnreinigung, die Handhabung, die Putzzeitsignale, die Gesamtbetriebszeit sowie Haltbarkeit und Umwelteigenschaften. Informiert wird zudem über die Ausstattung und technische Merkmale, z.B. mitgelieferte Ersatzbürsten, verschiedene Putzeinstellungen nach Intensität, aber auch das Gewicht der elektrischen Zahnbürste.

Es gab keine Modelle, die extrem schlecht abschnitten: 9x GUT, 2x BEFRIEDIGEND lauteten die Urteile der Tester.
Auch die günstigen Produkte gibt brauchen sich mit ihren Leistungen nicht zu verstecken: Zum Beispiel die Dontodent von dm und die Budnident von Butnikowski, beide für jeweils nur 16 €. Diese Modelle gehören zu den rotierenden Zahnbürsten. Sie reinigen gut, bieten zwei Putzeinstellungen: Reinigungs- und Sensitivmodus. Dazu kommt noch eine Andruckkontrolle. Diese leuchtet auf, wenn die Bürste zu fest auf die Zähne gedrückt wird.
Diese beiden Günstigen können sich mit der Oral-B Pro 2 2000N messen, die allerdings 50 € kostet. Der absolute Preiskracher im Test ist die mit GUT abschneidende Nevadent von Lidl –  8€. Diese rotierende Bürste wird als einzige im Test mit einer Batterie und nicht mit fest verbautem Akku betrieben. Der Batterievorteil: Ersatzbatterien gibt es überall, die Akkus jedoch bleiben fest installiert. Das führt leider dazu, dass oft das gesamte Gerät in den Müll wandert, wenn der Akku seine normale Leistungsebene verlassen hat. Das Gerät zu demontieren und den alten Akku gesondert am nächsten Sammelpunkt einwerfen, ist die klar bessere Lösung. Wer es etwas extravagant mag, wird sicher mit der elektrischen Zahnbürste von Grundig (49 €) gut bedient. Denn neben Reinigung und Handhabung, die jeweils mit GUT abschnitten, bietet das Gerät für jede seiner 5 Putzeinstellungen eine andere, gesummte Melodie.   

Die Testprodukte mit GUT:
- Oral-B Pro 900 von Braun (95 €)
- Dontodent von dm (16 €)
- SonicSmile von Silk’n ( 100 €)
Entscheidend dafür sind ihre Ergebnisse beim Haupttestkriterium Zahnreinigung, bei auffällig sattem Preisunterschied.

Die Schlusslichter:
Newgen (30 €)
Sonicare 4500 von Phillips (88 €)
Sie schnitten beim Kriterium Zahnreinigung nur mit befriedigend ab.           

Tipps:
Das ständige Laden der Zahnbürsten Akkus nach fast jedem Nutzen kann insbesondere den Akkus in älteren und ganz besonders günstigen Geräten schaden, weil sie dann ständig unter Volllast arbeiten müssen, was deren Lebenszeit verkürzen kann. Bei modernen elektrischen Zahnbürsten ist das nicht der Fall. Empfohlen wird aber als Akkupflege eine wöchentliche Ladung, auf Dauer schaden ihnen ständige Temperaturen über 25°C und sehr feuchte Luft.

Ein Wechsel des Bürstenkopfes ist spätestens angesagt, wenn die Bürstenborsten aufgebogen sind. Damit ist keine optimale Reinigung mehr möglich. Geschieht das innerhalb von ca. 6 Wochen, wurde wohl zu viel Druck ausgeübt.
Hat man die mitgelieferten Reserveköpfe aufgebraucht, staunt man nicht schlecht: Ein nachgekaufter Dreierpack kostet da schon mal um die 15 €. 
Kinder sollten nach zahnärztlichem Rat frühesten ab einem Alter von 4 Jahren elektrische Zahnbürsten in die Hand bekommen. Hier sind doch spezielle Putztechniken anzuwenden, um den vollen Reinigungseffekt zu erzielen. Das verlangt nach Übung.

Beitrag von Reinhard Rychlik