Emilia Smechowski
Linda Rosa Saal
Emilia Smechowski | Bild: Linda Rosa Saal

Polnische Zuwanderer als "Strebermigranten" - Zu Gast: Autorin Emilia Smechowski

Emilia Smechowski floh1988 mit ihren Eltern aus Polen nach Westberlin. Über den Versuch ihrer Familie, sich in Deutschland nicht nur anzupassen sondern auch etwas zu werden, schreibt sie in ihrem Buch "Wir Strebermigranten".

Über zwei Millionen Menschen mit polnischen Wurzeln leben heute in Deutschland. Nach den Türken sind Polen die zweitgrößte Migrantengruppe: Die meisten polnischen Einwanderer kommen in den 80er Jahren auf der Flucht vor politischer Unfreiheit und wirtschaftlichem Mangel hier her.

Emilia Smechowski ist bei ihrer Ankunft in Berlin fünf Jahre alt. Mit ihrer Familie landet sie in einem Erstaufnahmeheim in Neukölln. Ihre Eltern, beides Ärzte, lernen nicht nur schnell deutsch sondern schaffen auch den Aufstieg. Sie bringen ihr bei, sich in die deutsche Gesellschaft einzugliedern. Das heißt aber auch, die polnische Identität und Sprache abzulegen.

Emilia Smechowski bringt gute Deutschnoten nach Hause. Mit 16 zieht sie aus ihrem Elternhaus aus. Nach einem abgebrochenen Gesangsstudium arbeitet sie als Journalistin und erhält mehrere Preise für einen Essay über die "unsichtbaren Polen". Das Leben als "Strebermigrantin" sieht sie heute kritisch. Und sie findet: Die  Migrationsgeschichte einer polnischen Familie wurde noch nicht umfassend genug erzählt. Das will sie mit ihrem Buch ändern.

Ein Beitrag von Frank Schlegel