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    Moderatorin Eva-Maria Lemke im neuen Studio © rbb/Claudius Pflug
    rbb/Claudius Pflug

    - Kontraste vom 27.01.2022

    +++ Zwischen Anbiedern und Einknicken: Wie die sächsische Politik mit den Coronaprotesten umgeht +++ Warum wir noch nicht lockern können - Die Tyrannei der ungeimpften Älteren +++ Völkischer Wehrsport: Die Spuren einer Gruppe rechtsradikaler Reservisten +++ Wasserwunder für den Tesla-Standort? +++ Moderation: Eva-Maria Lemke

    Plakat auf einer Corona-Demo in Frankenberg. Bild: rbb/Kontraste
    rbb/Kontraste

    Zwischen Anbiedern und Einknicken - Wie die sächsische Politik mit den Coronaprotesten umgeht

    Ein CDU-Landrat, der auf einer Corona-Demonstration ankündigt, die Impfpflicht für Pflegepersonal missachten zu wollen. Ein Oberbürgermeister, der sich mit Querdenkern solidarisiert. Ein Ministerpräsident, der auf die zugeht, die ihn regelmäßig attackieren und ihn am liebsten verhaften und vor Gericht stellen lassen möchten. Alltag in Sachsen. Die Coronaprotestbewegung treibt die Politik vor sich her. An der Spitze: Die so genannten „Freien Sachsen“ - mitbegründet und angeführt von einem NPD-Mann.

    People dance in close proximity at Paradiso pop venue, club and cultural center, in Amsterdam. Bild: Peter Dejong/AP
    AP

    Warum wir noch nicht lockern können - Die Tyrannei der ungeimpften Älteren

    Bald werden wir uns alle mit Omikron infiziert haben. Und danach ist ein Ende der Pandemie in Europa möglich, sagt die WHO. Warum also nicht die Maßnahmen jetzt schon aufheben und zurück zur Normalität? Eine Frage, die derzeit viele umtreibt. Die Antwort ist simpel: Weil noch immer zu viele Ältere Menschen in Deutschland ungeimpft und damit gefährdet sind. Knapp 3 Millionen der über 50-Jährigen verweigern bis heute die Impfung. Eine Minderheit, die damit über das Leben der Mehrheit bestimmt. In Spanien, wo bald 100 Prozent der Älteren geimpft sind, bereiten sie schon das Ende der Pandemie vor. Und bei uns zahlen, bis auf weiteres, Kinder und Jugendliche den höchsten Preis: sie müssen auch nach zwei Jahren Pandemie immer wieder raus aus der Schule und auf Partys und Freunde verzichten.

    Mitglied einer Wehrsportgruppe in Niedersachsen. Bild: rbb/Kontraste
    rbb/Kontraste

    Völkischer Wehrsport - Die Spuren einer Gruppe rechtsradikaler Reservisten

    Ein Ex-Soldat aus Niedersachsen soll eine Wehrsportgruppe aus rechtsradikalen Reservisten aufgebaut haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Oberstleutnant und neun weitere Personen, bei Hausdurchsuchungen haben die Ermittler zahlreiche Waffen gefunden. Kontraste und das ARD-Hauptstadtstudio folgen den Spuren der Beschuldigten, die tief in die völkische Szene führen und sich über Jahrzehnte nachvollziehen lassen. Mehrere der Männer fielen immer wieder im Umfeld von Rechtsextremisten auf, trotzdem machten Sie Karriere bei der Bundeswehr-Reserve. Der Oberstleutnant führte gar eine Kompanie an und bildete andere an der Waffe aus. Die Sicherheitsbehörden sind alarmiert, auch weil die Gruppe offenbar über ein erstaunlich weit verzweigtes Netzwerk verfügt.

    Elon Musk, Tesla-Chef, steht zum Tag der offenen Tür auf eine Bühne der Tesla Gigafactory. Bild: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild
    dpa-Zentralbild

    Giga-Factory in Grünheide - Wasserwunder für den Tesla-Standort?

    Um das Wasser für Teslas Gigafactory am Stadtrand von Berlin ist ein heftiger Streit entbrannt. Noch immer könnte das gesamte Projekt an der Frage scheitern, ob es ausreichend Trinkwasser gibt. Nun hat sich beim Bürgermeister von Grünheide eine Firma vorgestellt, die behauptet, das Problem der weltweiten Wasserknappheit gelöst zu haben – und damit natürlich auch das Wasserproblem am Tesla-Standort. Das Ass im Ärmel: Geräte, die Wasser aus der Luft filtern und daraus täglich Millionen Liter Trinkwasser produzieren sollen. Während Experten darüber den Kopf schütteln, ist der Bürgermeister von der Idee angetan. Die Firma erklärt öffentlich, dass eine Installation ihrer Anlagen in Grünheide bereits in Gange sei. Man habe zudem Millionen Dollar an Investoren-Gelder eingesammelt und sich die weltweiten Patentrechte gesichert. Kontraste-Recherchen zeigen: statt Wasser wird hier bislang vor allem heiße Luft produziert.