Mehrere Aktionen bis Sonntag - Erster Protesttag gegen Tesla in Grünheide ruhig verlaufen

Mi 08.05.24 | 21:51 Uhr
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Bei einer Demonstration gegen die Tesla-Erweiterung unter dem Motto "Tesla Nein Danke!" trägt am 10.03.2024 eine Teilnehmerin ein Plakat mit der durchgestrichenen Aufschrift "Tesla". (Quelle: dpa-Bildfunk/Christophe Gateau )
Video: rbb24 Brandenburg aktuell | 08.05.2024 | Jakub Paczkowski | Bild: dpa-Bildfunk/Christophe Gateau

In Grünheide hat am Mittwoch eine Protest-Woche gegen die Tesla-Autofabrik und deren Erweiterungspläne begonnen. Der Elektroautobauer reagiert und schickt einen Teil der Mitarbeiter am Freitag ins Homeoffice. Die Produktion ruht sowieso zeitweise.

  • Bündnis ruft zu mehrtägigen Protesten ab Mittwoch am Tesla-Werk in Grünheide auf
  • Hunderte Aktivisten werden erwartet, Polizei geht von größerem Einsatz aus
  • Am ersten Protesttag blieb alles friedlich
  • Tesla schickt Teil der Mitarbeiter am Freitag ins Homeoffice

Beim Start mehrerer Protestaktionen gegen das Werk von Elektroautobauer Tesla in Grünheide bei Berlin ist es ruhig geblieben. Hunderte Aktivisten werden ab Mittwoch zu einem mehrere Tage andauernden Protest gegen die Tesla-Erweiterung in Grünheide erwartet. Sie wollen bis Sonntag am Werlsee Zelte aufbauen, zwei Kilometer nördlich von dem von Aktivisten besetzten Waldgebiet am Tesla-Werk.

Rund 200 Zelte stehen bereits an der Freilichtbühne am östlichen Strand des Werlsees. Die Organisatoren der Gruppe "Ende Gelände" sprechen von etwa 1.200 Anmeldungen.

Die Polizei zog am Mittwochabend eine positive vorläufige Bilanz des ersten Tages. "Es gab bisher keine gewalttätigen Ausschreitungen", sagte ein Sprecher. Zum Auftakt der Aktionstage am Mittwoch demonstrierten etwa 50 Menschen vor dem Landtag in Potsdam. Es blieb laut Polizei friedlich. Die Umweltgruppe Robin Wood brachte ein Banner mit der Aufschrift "Verkehrswende statt Autokonzerne" ganz in der Nähe des Tesla-Werks an, das die Polizei wieder entfernte.

Tesla setzt Produktion am Freitag aus

Wegen der angekündigten Proteste will Tesla einem Medienbericht des "Handelsblatt" zufolge alle Mitarbeitenden am Freitag ins Homeoffice schicken. Zudem gilt dem Bericht zufolge für Beschäftigte in der Fahrzeugfertigung der Freitag als Brückentag. Das gehe aus einer E-Mail an die Belegschaft hervor, die dem Blatt vorliege. Die Produktion ende mit der Spätschicht am Mittwoch und beginne erst wieder mit der Nachtschicht am Sonntag. Der Donnerstag ist ein Feiertag.

Eine Tesla-Sprecherin sagte hingegen auf rbb-Anfrage, in der Produktion sei der Freitag bereits vor dem Aufruf zur Protestkundgebung als Brückentag geplant gewesen. Im Januar sei die Belegschaft darüber informiert worden. Sie betonte, es handele sich "um genau EINEN Tag", an dem Tesla geplant nicht produziere. Die Sprecherin bestätigte zugleich, dass die anderen Beschäftigten wegen der Proteste am Freitag im Homeoffice arbeiten werden.

Polizei bereits vor Ort

Man rechne mit einer Vielzahl an Teilnehmenden beim Protest gegen die Erweiterung der Fabrik des Elektroautobauers Tesla, erklärte ein Sprecher der Bündnisinitiative "Tesla den Hahn abdrehen". Zusammen mit "Disrupt", einem Zusammenschluss verschiedener antikapitalistischer Klimaschutzbewegungen, seien mehrere Aktionstage zum Thema Wasser geplant. Alle eint die Kritik an Tesla.

Die Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Anita Kirsten, sagte, es gebe die Befürchtung, dass es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen komme, weil öffentlich zum "Sturm auf Tesla" aufgerufen worden sei. "Es ist wichtig, dass man das Recht auf Versammlung wahrnimmt. Aber ganz oben muss stehen, dass es friedlich vonstatten geht." Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass das nicht der Fall ist.

Hauptprogrammpunkt der Protestwoche für Samstag geplant

Für Freitag ist vor dem Tesla-Werk eine Kundgebung unter dem Motto "Block Tesla? Disrupt Elon" geplant, heißt es in einem Aufruf eines Bündnisses. "Statt Fortsetzung des automobilen Kapitalismus mit grünem Gewand kämpfen wir für sein Ende!"

Am Samstag soll dann die Demo am Werksgelände einen der Hauptprogrammpunkte der Aktionstage bilden. Durchgängig sind Workshops und Vorträge zu verschiedenen Themen wie Klimaschutz und Mobilität geplant. Die Aktionstage werden von unterschiedlichen Initiativen getragen.

Sendung: rbb24 Brandenburg aktuell, 08.05.2024, 19:30 Uhr

128 Kommentare

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  1. 128.

    Oh, Ihr seid wirklich bring. Seit elf Tagen dreht ihr Ein Argument nur hinunter...gäääähhhhnnn.

  2. 127.

    Wieder welcher Gesetzlichkeit? "Nicht fordern - kämpfen! Enteignen Streiken Plündern" zeigt, worum es den antikapitalistischen Tesla-Gegner eigentlich geht. Für die ist die Fabrik nur ein Vehikel für mehr Aufmerksamkeit. Immerhin beweisen die seit 2019 Phantasie mit ihren erfundenen Geschichten, erzählen aber hartnäckig auch längst als Lügen entlarvte Märchen.

  3. 125.

    Das stimmt nicht, was Silverbaert den Leuten weismachen will. Tesla wurde von verantwortungslosen Behörden auf Druck der Politik wider jeglicher Gesetzlichkeit und Ignorierung des Willens der Bevölkerung durchgewinkt.

  4. 124.

    Ich verstehe das richtig, jetzt sollen die Opfer für Bedrohungen zahlen?
    Ich habe nichts gegen Demonstrationen, Protest gehört zur Demokratie dazu.
    Aber Tesla hat juristisch und gesetzlich einwandfreie Verträge abgeschlossen, daran ändert Ihre Empörung nichts!

  5. 122.

    Schau mir gerade das Treiben Vorort an. Irre wieviel polizeilicher Aufwand betrieben wird, um das Betreten von unrecht durch Tesla gekapertem Gelände zu verhindern. Herr Stübken sie stellen dem Konzern hoffentlich dafür eine saftige Rechnung.

  6. 121.

    Jaaa, wenn man jung genug ist, mag das stimmen mit dem "ohne Auto". Aber werden Sie mal älter und wohnen nicht in einer infrastruktutell schlecht erschlossenen Gegend...

  7. 120.

    ..."Alles in allem ein reines Prestigeobjekt, das überstürzt genehmigt wurde, um einen einflußreichen Großinvestor zufrieden zu stellen."...

    ...und die Region wirtschaftlich aufzuwerten, Finanzen ins Land zu bringen und Arbeitsplätze zu schaffen?...

  8. 119.

    Bis die Ersatzpflanzungen zu einem vollwertigen Wald herangewachsen sind, werden viele Jahrzehnte vergehen. Der Kiefernforst in Grünheide hätte durch Unterpflanzung mit standortgerechte Gehölzen behutsam in einen Mischwald umgebaut werden. Überhaupt nicht ausgeglichen wird die großflächige Bodenversiegelung. Alles in allem ein reines Prestigeobjekt, das überstürzt genehmigt wurde, um einen einflußreichen Großinvestor zufrieden zu stellen.

  9. 118.

    Und abschließend fällt der Bedarf ja nicht vom Himmel.
    Sowas sind und waren schon immer die typischen Landbesitzstrategien in umstrittenen Regionen, erst legal gegen viel Widerstand das Notwendige erwerben um anschließend nach selbst geschaffenen Tatsachen, das Vernünftige über mehr Landbesitz zu erzwingen.
    Diese Handschrift ließt sich quer durch alle Themen zur Ansiedlung von Tesla.

    Allen einen schönen Herrentag.

  10. 117.

    Nein, Schwiegermutters Nachbarn sind dort zB Waldbauern, ich fahre da auch regelmäßig vorbei.Vielleicht kennen die sich ja auch nicht aus in der Waldbewirtschaftung.Ist aber auch noch eingezäunt wegen Wildverbiss.

  11. 116.

    Ach und sowas sagen Waldbauern schon nach 2 Jahren?! So wie im Regenwald? Satellitenbilder zeigen nur das komplette Gegenteil.
    Kann es sein das ihr Waldbauer Jörg Steinbach heißt?

  12. 115.

    Meine Aussage bezog sich auf die Holzwirtschaft (deswegen Durchforstung), die ja hier ständig als Legitimation für den Standort herhalten muß und eben NICHT vergleichbar mit der „Teslarisierung“ ist.

  13. 114.

    Werner, Sie unterschlagen schon wieder, dass auch nach Brandenburger Waldgesetz Waldumwandlungen legal sind.

  14. 113.

    Also der Acker bei Beeskow ist mittlerweile wertvoller als der Kiefernforst an der A10, sagen zumindest die Waldbauern dort vor Ort, bei ums Eck.Und für mich als Ex-Erkneraner stellt sich auch die Frage, wie sich dann Tausende LKWs auf die CO2-Senke, Flora und Fauna auswirken.

  15. 112.

    .....es scheint Themen zu geben, bei denen die Vertreter der verschiedenen Seiten auch nicht einen Millimeter von ihrer ursprünglichen Meinung abweichen wollen, egal was für Argumente vorgebracht und ausgetauscht werden. Eine solche "Diskussion" erscheint mir inzwischen sinnlos, denn ich sehe, wann ich jemand überzeugen kann und wo es einfach nichts mehr bringt. Tesla ist ein solches Thema für mich.

  16. 111.

    Die „willkürlichen Zahlen“ sind allgemein gültige von Krankenkassen für SV und aus der Lohnsteuertabelle.
    Aber sie können ja mal die „richtigen“ Zahlen präsentieren.

  17. 110.

    Herr Thomas ihre Erstaussage stimmt nicht. Tesla im Verbund zusammen mit Brandenburger Politik und Behörden beweisen in Freienbrink gerade das Gegenteil. Über 270 ha Wald sind bereits kahlgeschlagen, in nächster Phase soll auf mindestens 400 bis 500 ha aufgestockt werden. Nach oben gibt es in den Köpfen der Entscheider keine Hemmschwelle.
    Obwohl laut Brandenburger Waldgesetz Kahlschläge strikt verboten sind wird dagegen in infamer Weise frech und gewissenlos mittels fragiler Begründungen verstoßen.

  18. 109.

    Sie schwirren über eine CO2-Senke, die wichtig für das Klima sei und gehen mit Ihren 300 ha auch noch mit bewusst falschen Zahlen hausieren. Der Forst in Grünheide bekam schon Ihrem Elch wegen der Lage nicht gut. Da wollen Sie ebenso wenig verstehen wie den Einfluss des Standort des neu gepflanzt Baumes auf das Klima.

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