Havelsee in Potsdam-Mittelmark - Wolf soll Jagdhund angegriffen haben

Di 16.04.24 | 06:39 Uhr
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Vier Wolfswelpen tummeln sich im Gras der Döberitzer Heide, einer trägt einen Knochen im Fang. (Quelle: DPA/Ingolf König-Jablonski)
Audio: Radio Fritz | 16.04.2023 | Bild: DPA/Ingolf König-Jablonski

Das Landesamt für Umwelt will untersuchen lassen, ob ein Wolf in Havelsee (Kreis Potsdam-Mittelmark) einen Hund verletzt hat. Die Hundehalterin soll eine nach dem Vorfall am Sonntag genommene Genprobe an die Behörde schicken, teilte ein Sprecher des Landesumweltamtes in Potsdam mit.

Das Material werde dann im Nationalen Referenzzentrum, dem Senckenberg Zentrum für Wildtiergenetik in Hessen, untersucht. Der Landesjagdverband sprach am Montag von einem Wolf, der einen Jagdhund angegriffen habe. Der Verband will aber auch eine eigene DNA-Analyse anhand einer Probe in Auftrag geben. Bislang sind vor allem Angriffe von Wölfen auf Weidetiere bekannt.

In der Mitteilung des Jagdverbandes hieß es: "Der Vorfall ereignete sich zur Mittagszeit in einem Gebiet, in dem häufig Wölfe gesichtet werden und liegt lediglich rund 250 Meter vom Dorf entfernt." Während die Hundeführerin ihre Pferde auf einer Weide versorgt habe, sei der Rauhaardackel am Rand der Weide von einem Wolf attackiert und gebissen worden.

Mehr als 50 Rudel in Brandenburg

Das Landesamt für Umwelt teilte auf Anfrage mit, die Hundehalterin habe den Übergriff bei der Risshotline gemeldet. Ihr Hund sei offenbar unbeaufsichtigt im Wald unterwegs und nicht als Jagdhund im Einsatz gewesen.

Der Landesjagdverband forderte, den Wolf sofort zu töten. Der Vorfall zeige, dass es nur noch eine Frage der Zeit sei bis noch Schlimmeres passiere, meinte Verbands-Präsident Dirk-Henner Wellershoff. "Es muss schnell gehandelt werden. Bis dahin ist in diesem Bereich Vorsicht geboten." Der Rauhaardackel wurde tierärztlich versorgt und hat laut Verband keine lebensbedrohlichen Verletzungen erlitten.

Erst im Dezember hatte ein mutmaßlicher Wolfsangriff im Elbe-Elster-Kreis für Aufsehen gesorgt. Allerdings hatte sich in diesem Fall herausgestellt, dass kein Wolf, sondern ein Hund einen Spaziergänger angegriffen hatte.

Bundesweit leben in Brandenburg die meisten Wolfsrudel: Die Zahl liegt laut Landesumweltministerium bei 52. Die Zahl der Wolfs-Übergriffe stieg von 297 im Jahr 2022 auf 358 im vergangenen Jahr. Dabei wurden 1.281 Schafe und Ziegen getötet.

Sendung: Radio Fritz, 16.04.20024, 08:03 Uhr

37 Kommentare

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  1. 37.

    Populismus steigert nicht nur Wählerstimmen, sondern leider auch Abos und Leserzahlen. Warum sollte das beim rbb anders sein? Die Kundschaft kriegt das geliefert, was sie vermutlich lesen will.

  2. 36.

    Von "1.281 Schafe und Ziegen" auf 12.000 durch Wolfsrisse?? Das schafft nur Homo stultus!
    Mit derartigen Übertreibungen machen Sie sich lächerlich. Seit sich die Wölfe in 2020 wieder in ihrem angestammten Habitat in BB und SN angesiedelt haben, hat es keinen Wolfsangriff auf Menschen gegeben, nicht einen einzigen! Also wat soll die Mär vom bösen Wolf?
    Übrigens: Bei Rotkäppchen war der Wolf ne Metapher als Warnung vor Pädophilen.

  3. 35.

    Lieber rbb, vielleicht sollten Sie mal über andere Probleme mit Tieren berichten. Über die Zahl der Schlachtung von sogenannten Nutztieren, über all die Tiere, die von Autos überfahren oder noch schlimmer, angefahren werden und dann wird sich nicht darum gekümmert. Ich weiß nicht, wie hoch der Berg all der armen Wesen ist, die ich alleine gefunden habe. Oder über die Zahl der Tierversuche wegen Rauchen, Kiffen und Saufen. Warum steigern Sie die Wolfshysterie? Ich verstehe es nicht

  4. 34.

    Wir haben Brut- und Setzzeit, da herrscht Leinenpflicht! Auch in Brandenburg!

  5. 33.

    Na bei 20 % Zuwachs in einem Jahr bei Wolfs Übergriffen liegt es Nahe, das eine Reaktion bald erforderlich wird.
    Oder wollen sie warten bis 12000 Schafe, Ziegen u.a. gerissen wurden? Wollen wir wirklich warten, bis Menschen verletzt werden? Vergrämung ist unausweichlich.
    Schafft Wildniss Schutzgebiete oder jagdfreie Zonen, möglichst groß, da können dann auch Wölfe ungestört leben.

  6. 32.

    "Wolf soll..." - solange "Wolf nicht hat" ist das sowas von egal und wenn "Wolf hat" sind zwei "Jäger" aneinandergeraten. Warum dieser Hype wieder?

  7. 31.

    Andernorts im Netz kann man die Wunde sehen, die verursacht wurde. Kleiner als ein Fingernagel.
    Sicher Loch, man weiß nicht, wie tief.
    Aber wenn das ein Wolf war, war's von dem auch nur ein Warnschusss. Und kein Abschuss.
    Sowas macht dann Jäger.
    Vielleicht reicht's ja auch andersherum erst mal mit Warnschuss. Wenn es denn überhaupt ein Wolf war.

  8. 30.

    Vielleicht hat der Dackel den anderen Caniden angekläfft und der hat sich provoziert gefühlt?
    Schuld ist die Besitzerin. Wenn sie ihre Töffe bei Fuß gehabt hätte, wär das nicht passiert.
    Mich regt nur der Jagdverband auf. Wenns nach denen ginge, müssten alle Hunde getötet werden, die mal zugebissen haben.

  9. 29.

    Es erscheint mir unwahrscheinlich, dass ein Wolf einen Rauhaarteckel angreift und diesen nur leicht verletzt. Hoffentlich wird das Ergebnis der Gen - Analyse öffentlich gemacht. Bin gespannt.

  10. 28.

    Nee, auf Spekulationen möcht ich mich dann doch nicht festlegen. Is ja bis jetzt nicht mal erwiesen, obs tatsächlich ein Wölfchen war.

  11. 27.

    Zwei Zitate aus einem Artikel ...
    Dann einigen wir uns auf: ,Am Rand der Weide war der Dackel im angrenzenden Wald unterwegs.'
    Einverstanden?

  12. 26.

    Zitat: "Ihr Hund sei offenbar unbeaufsichtigt im Wald unterwegs und nicht als Jagdhund im Einsatz gewesen." Hunde gehören in dem Fall an die Leine, da Rauhhaardackel mitunter vor größeren Hunden keinen Respekt zeigen und ihre Entscheidungen alleine treffen.Soll heißen, sie machen, was sie wollen!

  13. 25.

    Genau @Dieselkraft, alles über den Haufen schießen und plattmachen. Und dabei muss es richtig nach Diesel, Gummi und Abgasen stinken. Nur die Harten kommen in den Garten! "Waterworld" lässt grüßen und sie sind Deacon auf der Exxon Valdez :-)))

  14. 24.

    "... Während die Hundeführerin ihre Pferde auf einer Weide versorgt habe, sei der Rauhaardackel am Rand der Weide von einem Wolf attackiert und gebissen worden. ..."
    Wo steht im Text etwas von ,freilaufend im Wald'? Ich lese etwas anderes.

    M.E. sollte den 250-Metern-zum-Dorf um die Mittagszeit eher Beachtung geschenkt werden.

  15. 23.

    Vor allem der Stadtmensch mit seinem romantisch verzerrten Blick auf den Wolf. Der Wolf MUSS bejagt werden!

  16. 21.

    "Der Landesjagdverband forderte, den Wolf sofort zu töten. Der Vorfall zeige, dass es nur noch eine Frage der Zeit sei bis noch Schlimmeres passiere," Was sollte denn Schlimmeres passieren als gerissene Weidetiere? Seit über 20 Jahren leben Wölfe in BB und noch nie wurden Menschen angefallen und ein Wolf, der angeblich einmal einen Hund gebissen haben soll, ist noch lange kein gefährlicher Wolf.
    Die Jagdverbände lassen keine Gelegenheit aus, Horrorszenarien zu erfinden, um den Abschuss ihrer Nahrungskonkurrenten zu forden. Ich fordere, dass alle Hunde, die unangeleint durch den Wald laufen dürfen, entnommen werden, weil sie Wildtiere reißen könnten! (Nein, fordere ich natürlich nicht)

  17. 19.

    Was genau ist denn passiert? Irgend eine herrenlose aufsässige Trethupe hat sich im Wald wieder maßlos selbst überschätzt und ist irgendeinem anderen Tier dabei mordsmäßig auf die Ketten gegangen.
    Abhauen viel aus, weil die Trethupen besonders aufdringlich rumkläffen, also hat’s ein paar vor den Latz gegeben und „fertig is“.
    Und deswegen wieder das ganze Geschrei nach dem Abschluss???!!

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