Veras Wörter: Coronamour © rbbKultur
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Sprachglosse von Vera Block - Veras Wörter: "Coronamour"

Sprache ist nicht statisch, sie verändert und entwickelt sich ständig weiter. Und immer, wenn bedeutende Ereignisse eine Gesellschaft prägen, passt sich auch die Sprache an. So haben die letzten eineinhalb Jahre mit der Corona-Pandemie der Sprache ganz neue Wortkreationen beschert. Ein Fall für "Veras Wörter".

Manchmal kann ich mich über einzelne Wörter aufregen. Zum Beispiel Corona. Tschuldigung. Ich weiß. Muss sein. Zumal mich ja nicht das Wort Corona selbst in Rage bringt. Sondern die ungeheure Wortschöpfungskreativität, die die Pandemie freigesetzt hat. "Coronababys" und "Coronagottesdienste" sind dabei noch die einfallslosesten Kreationen. Bereits im April 2020 zählte das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache rund 200 Corona-Neologismen. Heute ist die Liste so lang wie eine Klo-Rolle. Besonders viele beginnen natürlich mit C. Ich musste fünf mal das Rädchen meiner Computermaus drehen, bis ich den Buchstaben D erreichte.

Dabei erlebte ich einige Überraschungen. Etwa, dass diese alberne Begrüßung mit den Ellbogen nicht Corona-, sondern Ebola-Gruß heißt. Es hätte uns also noch schlimmer treffen können. Dann lernte ich, dass Liebe in Zeiten der Pandemie "Coronamour" hieß. Das Leibniz-Institut erklärt, dies sei eine während der Kontakt- und Alltagsbeschränkungen entstandene und durch diese geprägte Liebesbeziehung. Coronamour klingt allerdings nach nichts festem. Eher nach einer Verzweiflungsaktion in Zeiten, wo ein Bussi zur Begrüßung "Todesküsschen" genannt wird.

Und wie naiv war ich doch zu denken, "Brückenlockdown" sei die kreativste Wortschöpfung des Coronazäns. Weit gefehlt! Dank der Fähigkeit der deutschen Sprache, unendlich viele Wörter aneinander zu hängen, haben wir jetzt im Deutschen Zellstoffhamster, Fahrradrausch und Öffnungsdiskussionsorgie.

Nur gut, dass all diese Begriffe als Neologismen noch nicht offiziell in die deutsche Allgemeinsprache aufgenommen wurden. Mal sehen, wie sie sich nach der Pandemie bewähren. Wobei, ein Wort würde ich doch gerne behalten: Nahweh. Es soll starke Sehnsucht nach Orten in der näheren Umgebung bedeuten. Ein Begriff, vieldeutig und durchdringend, schlicht und voller Emotion. Das ist mal ein Wort, das dem Land der Dichter und Denker gerecht wird.

Vera Block, rbbKultur

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