Veras Wörter: Zumindestens © rbbKultur
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Sprachglosse von Vera Block - Veras Wörter: "Zumindestens"

Worte sind nicht Schall und Rauch, das ist gerade in den heutigen Zeiten immer wieder klar. Jedes Wort wird auf die Goldwaage gelegt und auf seine Richtigkeit hin überprüft. Das kann anstrengend sein, es kann aber auch zu neuen Erkenntnissen führen. Unsere Reporterin Vera Block liebt es, über Sinn und Unsinn von Wörtern nachzudenken. Dazu gehört auch das Wortungetüm "Zumindestens".

Manchmal kann ich mich über einzelne Wörter aufregen. Zum Beispiel "zumindestens". Könntet ihr euch bitte mal entscheiden? Zumindest es versuchen? Beziehungsweise euch mindestens auf ein Wort einigen? Oder würde dabei eine wesentliche Facette der Bedeutung verloren gehen? Mindestens heißt laut Duden ja "auf keinen Fall weniger". Zumindest "auf jeden Fall soviel". Ein Unterschied.

Aber was soll "zumindestens" ausdrücken?! Dass man zwar schon an der untersten Grenze angekommen ist, ließe aber noch mit sich reden? Es ist ein Wort voller Verzweiflung: Ich will ein Stück Torte, zumindest Kuchen, mindestens einen Keks! Zumindestens aber einen Kaffee! Oder: Ich will eine zehnprozentige Gehaltserhöhung. Mindestens eine fünfprozentige. Zumindest drei. Zumindestens will ich keine unbezahlten Überstunden mehr machen.

Zumindestens ist ein Wort unserer Zeit. Es signalisiert, dass wir zu Kompromissen bereit sind, dort, wo wir eigentlich keine machen sollten.

Die Linguistik hat eine brutal klingende Bezeichnung für das Wortungetüm "Zumindestens": Es ist eine "unzulässige Kontamination". Eine Vermengung von zwei Wörtern. Wenn man´s genau nimmt, eine Verunreinigung, die die klare Bedeutung trübt und einen Schleier über die Resignation legt. Inzwischen hat das Wort alle Gesellschaftsschichten und Bildungsklassen kontaminiert. Eine Wortschmelze als Sprachunfall, der sich nicht mehr beherrschen lässt. Nicht unbedingt ein GAU, aber ein Zeichen dafür, wie opportun wir inzwischen mit unseren Bedürfnissen umgehen.

Denn wer mit "zumindestens" als Verhandlungsoption einverstanden ist, denkt, er hält den sprichwörtlichen Spatzen in der Hand. Dabei hat er ´ne Meise.

Vera Block, rbbKultur

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