Eine Katze in der umkämpften ukrainischen Hauptstadt Kiew © Yevgenia Belorusets
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Kriegsalltag in Kyjiw | rbbkultur-REIHE - Nachricht von Yevgenia

Seit über einer Woche greift Russland die Ukraine an. Bombenalarm in Kyjiw, Menschen schlafen in U-Bahnstationen, sie haben Angst. Wie ist die Lage? Die Schriftstellerin und Künstlerin Yevgenia Belorusets sendet jeden Tag eine Nachricht an rbbKultur, in der sie davon erzählt, wie sie den Krieg erlebt.

Ein seltsamer Tag. Keinen Zugang zu meinen Gefühlen mehr. Es scheint, als hätte ich viel erlebt heute. Aber alles wird fragmentiert und die Erlebnisse bleiben unzugänglich. Vielleicht werden die Gedanken morgen klarer. Über die Opfer kann ich nicht mehr nachdenken. Ich denke eigentlich über die Rettung nach.

Ich hatte sehr nahe Freunde während des Krieges im Donbass. Als der Krieg nur da stattfand. Eine kleine menschenrechtliche Organisation, eine Initiative, die vor meinen Augen gebildet wurde. Wir waren uns einige Zeit sehr nahe. Aber dann habe ich mich auf andere Arbeitszonen konzentriert. Und diese Menschen blieben in Osten und alle ihre Beschäftigungen und Gedanken waren bei den kleinen ostukrainischen Städten. Ich weiß nicht, warum wir einige Zeit nicht gesprochen haben. Eigentlich hatten wir einander immer sehr geliebt und füreinander sehr gesorgt.

Ich habe erfahren, dass diese Menschen jetzt etwas Fantastisches tun. Sie versuchen, die Menschen, die Frauen mit Kindern aus Charkiw zu retten. Sie haben eine Kette organisiert und bringen die Menschen mit ihren Autos von einem Punkt zum anderen. Und so retten sie die Frauen mit Kindern, kleine Familien aus der brennenden Stadt, aus den Schutzbunkern, aus den Beschüssen. Das ist sehr wichtig.

Es ist ein sehr großes Ereignis zu erfahren, dass die Menschen das überhaupt machen können in dieser Situation.

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