Kiew im Krieg; © Yevgenia Belorusets
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Kriegsalltag in Kyjiw | rbbkultur-REIHE - Nachricht von Yevgenia

Die ukrainische Schriftstellerin und Künstlerin Yevgenia Belorusets sendet jeden Tag eine Nachricht aus Kyjiw an rbb Kultur, in der sie davon erzählt, wie sie den Krieg erlebt.

04:40 Uhr am Morgen. Mich weckt ein Luftalarm. Man muss sich in den Schutzbunker begeben. Man muss sich verstecken. Aber ich habe dafür keine Kraft und bleibe in meiner Wohnung. Ich weiß, dass sehr viele alte Menschen in meiner Straße jetzt das Gleiche machen. Sie warten einfach in ihren Häusern, in ihren Wohnungen und hoffen, dass ihnen nichts passieren wird.

Gestern hat Kyjiw auf eine merkwürdige Weise den 8. März gefeiert. Leere Straßen, Schlangen vor den Apotheken. Wenige Fußgänger:innen, sehr oft ältere Damen. Ich habe in vielen Händen eine Rose oder andere Blumen gesehen. Jemand ist durch die Straßen gefahren und hat Blumen verteilt. Nach all den Kriegsnachrichten gab es eine Gratulation an die Frauen. Ich habe Frauen gesehen, die gerade in der Armee kämpfen. Sie haben auch anderen Frauen gratuliert.

Ja, es ist eine sehr merkwürdige Zeit. Und doch: die friedlichen Traditionen versuchen irgendwie auch heute auf sehr merkwürdige Weise weiterzuleben. Und ich sehe eine Hoffnung darin. Ich denke, diese friedlichen Traditionen werden diese Zeit im Untergrund überleben, um sich - wenn es endlich vorbei ist -, wirklich zu entfalten.

Ich wünsche allen einen schönen Tag und möchte jetzt mit einer Hoffnung wieder einschlafen.

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