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Junge Klimaaktivist:innen und ihre Forderungen - "Lernt erst mal einen ordentlichen Beruf"

Beatrix von Storch hat Luisa Neubauer angezeigt. Weil die Klimaaktivistin gesagt hat, man könne doch mal eine Erdölpipeline in die Luft sprengen. Dass dies nur ein Scherz gewesen sein soll, lässt AfD-Politikerin von Storch nicht gelten. Und manche Bürger finden: Die Neubauer soll erst einmal einen Beruf erlernen – eine Glosse von André Bochow.

Klar, man könnte sagen: Was geht uns eine Pipeline in Afrika an? Von Tansania nach Uganda! Warum will die Neubauer die denn sprengen. Das kann doch auch nicht klimaneutral sein. Oder? Gut, der Hinweis, dass es die Erdölleitung bislang nur auf dem Papier, respektive auf irgendwelchen Festplatten gibt, nimmt der neoterroristischen Drohung ein wenig die Schärfe. Ein Buch zum Thema scheint mir dagegen weniger entlastend zu sein, als zum Beispiel die Tatsache, dass Neubauer ihre Aussage in Dänemark tätigte, mithin noch nicht mal heimlich Sprengstoff am künftigen Tatort vergraben konnte.

Unreife Göre

Machen wir uns nichts vor: Die bekannte Klimaaktivistin ist, wie dauerempörte Zeitgenossinnen und Zeitgenossen in den asozialen Medien versichern, grünfaschistisch, eine dumme, verzogene, unreife Göre, die erst einmal einen ordentlichen Beruf lernen sollte.

Nun, die unreife Göre ist jetzt 26, studiert seit 2015, und ist jetzt im Masterstudium. Verwöhnt? Na, ich war nicht dabei, aber Mutter Krankenschwester, Jüngstes von vier Geschwistern und Vater früh gestorben. Aber bestimmt erging es dem liebenswerten Kommentator noch viel schlimmer im Leben. Irgendwoher muss der Hass ja kommen.

Was mich mehr irritiert, ist die Aufforderung, einen Beruf zu erlernen. Man kann wohl davon ausgehen, dass hinter dem Kommentar im Internet die Überzeugung steckt, Klimaaktivistin sei kein ordentlicher Beruf. Und tatsächlich: Nach allem, was man so hört, wird er zumindest lausig bezahlt. Aber das werden andere Jobs auch. Jedenfalls stellt sich die Frage, was denn ein anständiger Beruf ist.

Ordentliche Berufe
Manche, offenbar auch Frau Neubauer, glauben, man könne studieren und danach einer gesellschaftlich anerkannten Tätigkeit nachgehen. Das scheint ein Irrtum zu sein. Zwischendurch muss ein richtiger Beruf her. So etwas wie Tischler, Autoverkäufer oder Verkehrspolizist. Terroristin zählt nicht, das könnte der Neubauer so passen. Aber Sprengmeisterin böte sich schon an. Schon wieder nur ein Scherz.

Nur: Wer glaubt schon, dass solche verwöhnten Terror-Gören freiwillig einen Beruf ergreifen, der sie Demut vor Hasskommentatoren lehrt? Doch auch dafür gibt es eine Lösung: Drei Jahre Pflichtlehre. Direkt nach der einjährigen Dienstpflicht. Nach der Lehre vier Pflichtjahre im Beruf. Wer dann noch Lust zum Studieren hat, bitteschön. Muss jeder selber wissen. Ist ein freies Land.

Hier das Gelernte in der Zusammenfassung: Terror? Nein danke. Es sei denn, die Terroristen haben einen guten, deutschen Berufsabschluss. Bewirb Dich jetzt!

André Bochow, rbbKultur