Restaurant: 3 minutes sur mer © Thomas Platt
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Restaurantkritik - Französisch speisen im "3 minutes sur mer"

Ein Berliner Restaurant, in dem sich Daheimgebliebene gut nach Frankreich träumen können, ist das "3 minutes sur mer", findet unser Restaurantkritiker Thomas Platt und hat sich durch die Karte mit französischen Klassikern, die manchmal eigenwilliger daher kommen, probiert.

Im Urlaub legt auch die Verfeinerung eine Pause ein. Dafür begegnet man in einfachen Restaurants und Bistros eher unkomplizierten Gerichten, die sich zumeist auf eine große Tradition berufen können. Nimmt man in der eigenen Stadt eine solche Auszeit, dann dürfte es im Moment kaum eine bessere Wahl geben als das "3 minutes sur mer". Allerdings liegt das weder am Namen, der die Gedanken in Richtung weites Meer, hohen Himmel und endlosen Strand entführt, noch an der Lage mitten in Mitte.

Eigenwillige französische Klassiker und vorzügliche Gastgeberschaft

Das geräumige Bistrot-Restaurant befindet sich am Ufer einer Magistrale, an der brausender Verkehr die Gezeiten vertritt, und ist mit seiner Boulevard-Terrasse ein ausgesprochen großstädtischer Ort. Wie so manches Lokal in Paris auch hat es sich jedoch eine gewisse Ländlichkeit bewahrt. Greifbaren Ausdruck findet sie in vorzüglicher Gastgeberschaft von Nicolai Banik und Jean Cohen sowie einer Karte mit französischen Klassikern, die manchmal eigenwilliger daher kommen, als viele es gewohnt sind. Was die abendliche Veranstaltung betrifft, so könnte man auch von Saisonbetrieb mit der Gelassenheit der Nachsaison sprechen.

Ölsardinen, Austern, Crevetten, Salat Niçoise, Weinbergschnecken, finden sich dort genauso wie Tatar oder ein Entrecôte vom Grill, natürlich Crème Brûlée sowie das Clafoutis des Jahres (Preise zwischen 8,00 und 29,00 Euro).

Thomas Platt, rbbKultur

Restaurant: 3 minutes sur mer © Thomas Platt
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