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Sebastião Salgado in der Ausstellung "Amazônia", Zürich 2023 | Bild: dpa/KEYSTONE/Michael Buholzer

Fotografie und Aufklärung - Sebastião Salgado wird 80

Ein Beitrag von Anne Herrberg

Die Bilder von Sebastião Salgado zählen zu den Ikonen der Fotografie. Der Brasilianer hielt mit seiner Kamera fest, was niemand sehen will oder kann. Er aber hielt der Welt die Bilder vor: Bilder der Opfer des Völkermords in Ruanda, Hungertote der Sahelzone, Männer, die sich zu Tausenden in einer verdreckten Mine drängen, um nach Gold zu suchen.

Es waren Bilder von Gier, Hass, Mord und Zerstörung, die ihn irgendwann selbst kaputtmachten und den Glauben an die Menschheit verlieren ließen. Kraft fand er, an der Seite seiner Frau, wieder in der Natur. In der Aufforstung der Farm seines Vaters, in Fotoprojekten wie "Genesis", das sich dem Tod ab- und dem Leben zuwendet. In seinem letzten Projekt, "Amazônia" vereint er erneut Sozialkritik und den Aufruf, das Leben und den Planeten zu schützen.

Zum 80. Geburtstag des Fotografen Sebastião Salgado gratuliert Anne Herrberg aus Rio de Janeiro.