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Kulturköpfe | Annemie Vanackere - "Wir wollen Vielstimmigkeit in unser Haus bringen"

Nähe und körperliche Berührung: auf der Bühne darauf zu verzichten, ist ein Trauerspiel, zumal im Tanztheater. Doch das HAU – Hebbel am Ufer – das Theaterkombinat mit seinen eigentlich drei Spielstätten für diverse Arten der darstellenden Kunst trotzt der Pandemie, neuerdings auch mit HAU4, der digitalen Plattform. Seit neun Jahren leitet Annemie Vanackere das HAU, jetzt hat sie ihren Vertrag bis 2025 verlängert. Wie weiter in der darstellenden Kunst, die eigentlich Nähe und Körperlichkeit braucht? Annemie Vanackere im Gespräch mit Frank Meyer.

rbbKultur: Frau Vanackere, welche Rolle hat denn der Corona-Frust gespielt bei Ihrer Entscheidung, nach neun Jahren als Intendantin am HAU weiterzumachen?

Vanackere: In meinem Vertrag steht, dass die Kulturverwaltung mich zwei Jahre vor Vertragsende sprechen muss. Das hat so hingehauen. Die Corona-Zeit hat in diesem Sinne eine große Rolle gespielt, da ich für mich, um weiterzumachen, auch eine Vision brauche: wo geht die Reise noch hin? Was will ich mit dem Team zusammen gerne noch machen? Da hat diese Pandemie etwas beschleunigt, was in meinen Gedanken schon gereift war – nämlich, wie wir mit Digitalisierung oder Digitalität in dieser Gesellschaft umgehen – die vierte Industrielle Revolution, wie manche Leute das nennen. Wie wir diese Digitalität inhaltlich aufnehmen aber auch in den neuen Formen, die das Medium anbietet. The rest is history. Im März hätten wir das Festival "Spy on me #2 - Künstlerische Manöver für die digitale Gegenwart" veranstaltet – was eigentlich das Motto für meinen neuen Vertrag gewesen wäre!

rbbKultur: Was sehr gut in diese Zeit passt …

Vanackere: Das passte wirklich sehr gut! Es gab dann aber 55 Absagen für das Festival bei den analogen Stücken – die Gruppe aus Kanada ist gleich wieder abgereist … Wir haben da zum ersten Mal wirklich erprobt, wie es ist, auf einer digitalen Bühne zu spielen. Da haben wir Geschmack gefunden daran, was es sein kann und sind Künstler*innen begegnet, die da auch wirklich Lust darauf haben.

rbbKultur: Haben Sie die Entscheidung weiterzumachen mit sich selbst ausgemacht oder haben Sie mit vielen Menschen darüber gesprochen?

Vanackere: Um auf den Gedanken von eben zurückzukommen: diese Erfahrung hat dazu geführt, dass ich dachte: da ist Potential, da kann ich noch weitermachen. In dieser destruktiven Zeit ist das ein Moment, wo ich denke, dass Theater auch sinnvoll und relevant sein kann. Ich habe mit meinem Partner viel darüber gesprochen, mit mir selbst und mit dem Team haben wir einen Workshop gemacht. Dann habe ich um einen Termin bei der Kulturverwaltung gebeten und mit dem Senator und dem Staatssekretär gesprochen. Die wollten meinen Vertrag verlängern, aber ich wollte erst einmal erläutern, wo meine Gedanken hingehen – so dass sie mich darin auch unterstützen und wissen, was auf sie zukommt! Das wurde positiv empfangen und dann hat für mich ein neuer Zyklus von fünf Jahren angefangen.

rbbKultur: Ich frage auch deshalb nach Ihrer Entscheidungsfindung, weil wir in letzer Zeit sehr viel über die Machtfülle von Intendant*innen gehört haben, die oft einen sehr anachronistischen Führungsstil an den Tag legen. Wie funktioniert denn Intendanz am HAU?

Vanackere: Ich bin Intendantin und Geschäftsführerin. Das bedeutet, dass ich tatsächlich Verträge unterschreibe und im Prinzip eine große Macht habe. Selber funktioniere ich aber so, dass ich sehr dialogisch vorangehe. Wir haben ein Managementteam, das alle Abteilungen vertritt. Wir treffen uns wöchentlich und tauschen uns darüber aus, wie es uns geht und wo die Reise hingeht. Da geht es manchmal ganz praktisch um Hygienekonzepte (..), aber auch um die Digitalisierung, zum Beispiel, wie wir die HAU4-Bühne - unsere neue virtuelle Bühne - machen wollen.

Dass eine Person für alles zuständig ist, kommt aus dem alten Denken: Es ist billiger, wenn nur eine Person die Verantwortung trägt und ein ordentliches Gehalt bekommt. Wenn etwas schiefgeht, muss nur ein Kopf rollen usw.

rbbKultur: Aber ein Betrieb wie ein Theater sollte doch eine künstlerische Ausstrahlung, eine Handschrift haben. Deswegen sollte eine Person an der Spitze stehen, die für dieses Führungsprinzip steht. Sie sagen aber, das ist eigentlich nicht nötig an einem Theater?

Vanackere: Nun sind wir auch kein klassisches Stadttheater. Für unser Haus wäre es verheerend, weil wir ein Haus für viele Stimmen sind. Es sind fünf Kurator*innen am Start, die ihre Arbeit machen und die dafür sorgen, dass wir eine Vielstimmigkeit im Haus haben und dass ganz viele Künstler*innen - vor allem aus der freien Szene – einen Platz bekommen in unserem Haus.

An Stadttheatern gibt es auch Beispiele von nicht Regie führender Intendanz, wo es ganz gut geht. Hier und da gibt es jetzt Modelle mit Leitungsteams. Ich finde, dass wir das schon praktizieren. Ich bin da aber nicht ganz so optimistisch: In schwierigen Zeiten wird viel mehr auf starke "Führungspersonen" gesetzt. Ich bin nicht sehr glücklich mit dieser Tendenz. Andererseits gibt es auch diese Tendenz nach Teilhabe, danach, viel mehr Stimmen zu Wort kommen zu lassen. Ich bin für diesen zweiten Weg!

rbbKultur: Das HAU ist ein eher ungewöhnliches Theater. Es gibt vier Spielstätten, wenn man die neue digitale Bühne mitgerechnet und es gibt kein eigenes Ensemble. Als was für eine Art Theater würden Sie das HAU jemanden beschreiben, der noch nie davon gehört hat?

Vanackere: Wenn es eine Person ist, die nicht aus Deutschland käme, wäre es ganz einfach: Theater, so wie wir es machen, ist ganz üblich und normal in anderen Teilen der Welt. Ich komme selber aus so einer Kultur, nämlich aus Belgien und den Niederlanden, wo ein Haus, an dem interdisziplinär gearbeitet wird und wo viele Künstler*innen zu Gast sind, normal ist.

Für Menschen, die bei Theater vor allem an Stadttheater denken, würde ich sagen, wir sind ein Ort, wo produziert wird - deswegen auch dieser Begriff "Produktionshaus". Wir sagen dabei auch immer international, weil dieses Haus auch in einem Netzwerk von internationalen Theatern steht und sich auch sehr stark mit internationalen Künstler*innen vernetzt. Wir sind aber primär auch für Berliner Künstler*innen da, die aus den Performing Arts kommen, aus der Darstellenden Kunst, die sowohl Theater als auch Performance und Tanz machen und die bei uns ihre Premieren produzieren, koproduzieren und zur Aufführung bringen können.

Das ist ein komplexes Geflecht: Man muss gucken, was, wann, wo und mit welchen Mitteln produziert wird. Viele Gruppen bringen Eigenmitteln mit. Die bekanntesten Protagonisten aus dieser Szene sind zum Beispiel Gob Squad, Rimini Protokoll, She She Pop oder aus dem Tanz Meg Stuart oder Constanza Macras. Das sind Künstler*innen, die sich nicht in einer festen Struktur zu Hause fühlen und die unter ihren eigenen Bedingungen arbeiten wollen. Wir gucken, was diese Künstler*innen brauchen, wie wir sie bei ihrer Arbeit unterstützen können.

rbbKultur: Sie sind jetzt seit neun Jahren Intendantin am HAU. Was haben Sie Neues eingebracht in diese Struktur?

Vanackere: Wir setzen auf das Produzieren von A bis Z. Ein Teil von den neun Jahren war die Stabilisierung des Hauses, was Personal und Mittel betrifft. Da habe ich echt geschuftet, um das auch zu realisieren. Mit Unterstützung von der Politik haben wir unseren Etat eigentlich verdoppelt.

rbbKultur: Von fünf auf neun Millionen Euro, habe ich gelesen. Andere Intendant*innen würden bestimmt gerne hören, wie man das macht!

Vanackere: Der Etat war viel zu niedrig. Dann ist es natürlich nicht so schwer, ihn zu verdoppeln. Wenn man schon üppig ausgestattet ist, ist es schwieriger. Aber warum ich das erzähle: Jetzt sind auch mehr Mittel da, um in die Kunst zu investieren. Als ich angefangen habe, war das einfach nicht der Fall. Mit mehr Mitteln kann man auch ein bisschen anders arbeiten und ein bisschen mehr Probezeit geben, mehr dramaturgische Unterstützung und solche Dinge.

rbbKultur: Wie war das jetzt in der Corona-Zeit? Die klassischen Stadttheater konnten ihre festen Ensembles in die Kurzarbeit schicken. Das war bei Ihnen wahrscheinlich schwieriger zu bewerkstelligen … Konnten Sie trotzdem helfen?

Vanackere: Wir haben versucht, so viel wie möglich aufzufangen. Es gab kein Probenverbot - das bedeutet, dass wir für das Publikum geschlossen waren, aber nicht dauerhaft. Es gab Momente, wo wir wirklich zu sein mussten, aber meistens wurde im HAU3 noch geprobt. Das ist unsere kleine Spielstätte, wo es Proberäume gibt. Wenn man nicht für das Publikum geöffnet haben kann, lassen wir die Gruppen ihre Stücke zu Ende proben.

Unser Team ist also auch an Arbeit geblieben. Sie haben erwähnt, wie viel wir absagen mussten. Das ist wahnsinnig viel Arbeit. Absagen ist auch Arbeit. Wir sind mit jedem Einzelnen im Gespräch geblieben. Wir haben Ausfallhonorare bezahlt und geguckt, wie es weitergehen kann. Der Fonds Darstellende Künste hat uns Residenzen ermöglicht. Das sind 80 Residenzen, wo wir auch mit allen in Kontakt waren, die alle 5.000 Euro bekommen haben, um zu arbeiten, ohne dass da ein Produkt rauskommt. Das war die Arbeit und auch die Unterstützungsarbeit, die wir gemacht haben.

rbbKultur: Ich habe gelesen, dass es für Sie auch insofern eine ungewöhnliche Zeit war, weil Sie auf einmal Zeit hatten und nicht jeden Abend im eigenen Theater oder in anderen Häusern waren. Das war wohl eine Ausnahmesituation in Ihrem Leben?

Vanackere: Das ist sicher eine Ausnahmesituation. Was vor allem fehlt, ist der soziale Austausch. Wie ich es eben skizziert habe, haben wir wirklich viel gearbeitet. Ich bin froh, dass ich Sie durch eine Scheibe sehe – nach einem Tag "Zoom" ist man auch wirklich ermüdet. Es fehlt die Inspiration, die man nach einer Vorstellung bekommt, mit den Künstler*innen und dem Publikum zu sprechen. Wir alle vermissen wirklich diesen Austausch mit den Zuschauer*innen.

Ich denke natürlich, dass ich die Zeit dieser Krise doch noch nicht gut genug genutzt habe. Im ersten Quartal der Pandemie war tatsächlich ein bisschen mehr Zeit da. Ich fühle, dass das jetzt nicht mehr so ist und wenn ich mit meinen Kolleg*innen spreche, geht es denen auch so: das ständige "On & Off" - das ist nicht produktiv.

rbbKultur: Sie sind im Jahr 2012 aus den Niederlanden nach Berlin gekommen, als Intendantin am HAU. Sie leben für das Theater. Wie hat das eigentlich angefangen?

Vanackere: Mit 17 habe ich Anne Teresa De Keersmaeker, die nicht so viel älter ist als ich, in einem Stück gesehen habe, das nichts mehr mit Ballett zu tun hatte. Das hatte ein bisschen was zu tun mit der Richtung New Wave-Mädchen, das ich war. (...) Da war diese Spannung: es hat mir zu tun, es ist identitätsstiftend, aber zugleich konnte ich mich beobachten und wie ich in der Welt stehe. Das ist eine Live-Erfahrung, die ich sehr gerne habe. Ich sitze sehr gern in einem Theatersaal.

rbbKultur: Sie waren auch eine längere Zeit in Rotterdam. Über das niederländische Theater haben Sie mal gesagt, dass es vielleicht zu sehr auf Spaß und Unterhaltung aus sei. Ist das denn ein wesentlicher Unterschied zum deutschen Theaterbetrieb? Bei uns stehen Spaß und Unterhaltung jetzt nicht wirklich im Vordergrund im Theater.

Vanackere: Wenn man es ganz böse sagt, könnte man auch denken, dass man in Deutschland Spaß dran hat, geschlagen zu werden! Nein, ein kleiner Scherz. Es ist wirklich ein Unterschied. Ich habe in Rotterdam wirklich sehr gerne auch an den Programmen gearbeitet und die Suche nach dem Publikum war zwar anstrengend, aber dann auch sehr befriedigend. (…) Als ich nach Berlin gewechselt bin, dachte ich, dass es normal wäre, dass das Theater eingeordnet wird als ein politischer Raum. Das fand ich großartig. Das sagt etwas über den Stellenwert des Theaters in einer Gesellschaft aus. Dass die Leute sich treffen, um sich auszutauschen. Dieser Öffentlichkeitsraum, der Theater auch ist, wird hier viel ernster genommen als in den Niederlanden. Und es ist zum Glück noch immer so.

rbbKultur: Wir haben gestern hier auf rbbKultur über die Corona-Notbremse gesprochen, die der Bund in dieser Woche beschließen will. Dort soll es ab einer Inzidenz von 100 keine Ausnahmen geben für die Kultur – alles soll zu sein, also zum Beispiel auch Open-Air-Theater, die man sich ja vorstellen könnte für diesen Sommer. Wie stehen Sie zur Corona-Politik für die Kultur?

Vanackere: Ich glaube, dass ein bisschen unterschätzt wird, wie sehr es den Menschen an die Nieren geht, dass sie sich nicht treffen oder austauschen können, zum Beispiel über eine künstlerische Arbeit. Kultur ist eine Art Mantel, den man trägt und man fühlt ihn eigentlich nicht, hat jemand gesagt. Aber der Mantel ist jetzt so dünn und mir ist kalt. Ich finde es wirklich schade, dass die Pilotprojekte vom Berliner Senat nicht weitergeführt werden dürfen. Es ist vor allem das Ab und An, das uns wirklich sehr zu schaffen macht.

Es wurde schon so viel darüber gesagt - da fehlen mir manchmal auch ein bisschen die Worte. Deswegen versuche ich mich zum Beispiel auf unsere HAU4-Bühne zu konzentrieren, wo wir wirklich wissen, dass wir dort - in digitaler Umgebung - weiterarbeiten können. Wir bereiten eine große Produktion vor, die zweite mit Christiane Rösinger. Wir wollen in Zukunft Produktionen machen, die ein sehr breites Publikum ansprechen.

rbbKultur: Sie sagten, Sie hätten gute Erfahrungen mit digitalen Angeboten gemacht und dass Sie diese auch weiterführen wollen, wenn die Theater wieder geöffnet haben. Ich weiß gar nicht, wie ich das finde ... Was haben Sie denn da vor?

Vanackere: Es ist kein "Entweder-oder". Ich glaube, dass diese digitalen Welten, in die wir uns begeben (...), bleiben. Wir sind nur schon zu alt dafür, Herr Meyer! (lacht)

Aber es gibt nun mal die jüngere Generation, die wirklich sehr verknüpft ist. Das Handy ist eine Verlängerung der Körper von Leuten. Das zu ignorieren, halte ich für falsch. (...) Zu recherchieren, welche Arbeiten wir da im Netz produzieren können, finde ich wirklich spannend. Da sind Künstler*innen, die zum Beispiel eine App entwickeln, um zu gucken - angelehnt an ein Spiel, wie es ist, in ein rechtes Netzwerk zu infiltrieren. Ihre politische Haltung ist klar. Aber wie verführerisch kann es sein, sich darauf einzulassen? Das geht nicht im analogen Theater. Das ist wirklich mit dem Medium gedacht und damit, wie das Medium funktioniert.

Wenn wir auch das Publikum der Zukunft, also die Leute, die jetzt unter 20 sind, ansprechen wollen, glaube ich, dass es wirklich nottut, dass wir uns damit beschäftigen.

rbbKultur: Wenn die Corona-Pandemie irgendwann vorbei ist, was glauben Sie, kommt dann kulturell auf uns zu?

Vanackere: Ich glaube, dass das Bedürfnis, sich zu treffen und Menschen zu sehen und anzufassen, tatsächlich sehr groß sein wird. Aber ich glaube, dass es da andere Menschen geben wird, die es befremdlich finden werden, wieder in Gruppen zu kommen - die es verlernt haben. Ich rechne mit zwei Jahren, wo wir wirklich auf Distanz gelebt haben werden und dass das auch etwas mit uns macht. Da ist auch viel Stoff für Künstler*innen drin.

Das Gespräch führte Frank Meyer, rbbKultur. Es handelt sich um eine gekürzte und redigierte Fassung. Das ganze Gespräch können Sie als Audio nachhören.

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