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Sprachglosse von Vera Block - Veras Wörter: "Pfandparkplatz"

Worte sind nicht Schall und Rauch, das ist gerade in den heutigen Zeiten immer wieder klar. Jedes Wort wird auf die Goldwaage gelegt und auf seine Richtigkeit hin überprüft. Das kann anstrengend sein, es kann aber auch zu neuen Erkenntnissen führen. Unsere Reporterin Vera Block liebt es, über Sinn und Unsinn von Wörtern nachzudenken. Heute: "Pfandparkplatz" und andere Wörter, die noch keine sind.

Manchmal kann ich mich über einzelne Wörter aufregen. Zum Beispiel Jodeln.

Spätestens seit dem Loriot-Sketch über eine Jodelschule ist auch nördlich der Alpen bekannt, was jodeln ist. Denkste! Das Wort Jodeln steht seit Neuestem auf der Liste der Neologismen der deutschen Sprache. Und soll bedeuten: "Kommunikation über die Social-Media App Jodel".

Hollari du dödl di, dachte ich mir. Und dann: Das wird in der Zukunft die historische Linguistik ganz schön verwirren. Und wenn es nur beim Jodeln bliebe. Wenn die aktuellen Anwärter auf den Titel Wort es tatsächlich in den Wortschatz schaffen sollten, wird es Verständigungsschwierigkeiten geben, die das Deutsche seit dem Siegesmarsch der Anglizismen nicht mehr erlebt hatte.

Herzen, zum Beispiel, wird nicht Knuddeln oder Umarmen heißen, sondern Herzchenbilder als Reaktionen in den Sozialen Netzwerken vergeben.

Stabil wird statt beständig oder nicht wackelig die Bedeutung von Gut übernehmen.

Irgendwie denkwürdig, dass etwas allein, weil es konstant ist, auch als gut gelten soll.

Es verrät, dass in der Gesellschaft gerade ziemliche Unsicherheit herrscht. Pfandparkplatz, auch ein Wort-Novize, ist dagegen ein Zeugnis der Gutmenschlichkeit. Es benennt den Platz rund um Altglascontainer, wo Leergut für Flaschensammler abgestellt wird.

Beachtlich viele Wörter, die momentan auf den Einzug in das Hohe Haus der deutschen Sprache warten, haben weder mit Digitalisierung noch dem Klima, den aktuellen Gesellschaftsthemen, zu tun. Sie kommen dagegen aus der ein wenig schmuddeligen Geschlechterecke. So wird vielleicht Cameltoe, also Kamelzeh, bald ein echtes Wort für die Frontalansicht zu enger Damenhose. Oder Catcall für Pfiffe und Rufe als sexuelle Belästigung. Auf Englisch klingen sie weichgezeichnet. Dieses Abschwächen durch Verfremden macht es allerdings nicht besser. Eher schlimmer. Denn angeheitert von all den sexy Euphemismen habe ich tatsächlich den Neologismus Nipster für ein Brustwarzen-Missgeschick gehalten. Dabei soll das Wort modisch affine Nazis beschreiben.

Bleibt zu hoffen, dass dieses Wort es nicht in die deutsche Sprache schafft.

Vera Block, rbbKultur

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