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Olaf Zimmermann, Geschäftsführer Deutscher Kulturrat - "Keine Gewissensprüfung für russischstämmige Kulturschaffende!"

Der Deutsche Kulturrat hat sich für einen differenzierten Umgang mit russischen Kulturschaffenden ausgesprochen. Wir könnten nicht fordern, dass alle vor Auftritten Putin abschwören müssten. Wichtig sei zudem, jetzt die Zivilgesellschaft in Russland zu stärken. Ein Gespräch mit Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates - er ist heute seit 25 Jahren im Amt.

"Was wir jetzt nicht machen dürfen ist, von allen russischstämmigen Künstlerinnen und Künstlern so etwas wie eine Gewissensprüfung zu fordern und zu sagen: Bevor ihr auf die Bühne dürft oder in einen Konzertsaal dürft, müsst ihr jetzt aber Putin abschwören."

Wir dürften jetzt nicht alle russischstämmigen Menschen verurteilen. Die russische Bevölkerung dürfe nicht mit der russischen Regierung gleichgesetzt werden. Daraus könne sich, so Zimmermann, ein gesellschaftlicher Tsunami entwickeln, der negative Auswirkungen hätte. Der Deutsche Kulturrat müsse in Zukunft die Zivilgesellschaft noch mehr stärken, vor allem, die Menschen, die derzeit gegen Putins Politik auf die Straße gehen. Das erfordere viel Mut.

Der Deutsche Kulturrat ist ein Zusammenschluss von über 250 Kulturverbänden und ist
seit 1982 eine starke Stimme, wenn es um kulturpolitische Weichenstellungen geht.
Er setzt sich für die Belange der Kultur ein, besonders auch in der Corona-Zeit, in der viele Kultureinrichtungen schließen mussten und Künstler ihre Arbeit verloren haben.

Ein Gespräch mit dem Kulturrat-Geschäftsführer Olaf Zimmermann, der genau heute seit 25 Jahren im Amt ist, über Erfolge und neue Herausforderungen.