Natascha Freundel spricht mit dem Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk © privat
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Gesprächsreihe im Staatstheater Cottbus - Brandenburgische Gespräche

Natascha Freundel spricht mit dem Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk über Freiheit.

"Für mich zählte nur Freiheit, Freiheit, Freiheit", schreibt Ilko-Sascha Kowalczuk in seinem Buch "Die Übernahme". Im Staatstheater Cottbus spricht der Zeithistoriker mit Moderatorin Natascha Freundel über Freiheit, Anerkennung und Vertrauen zwischen Ost und West 30 Jahre nach der Wiedervereinigung. Auftakt der "Brandenburgischen Gespräche" - live aus Cottbus.

Eine Koproduktion mit rbbKultur in Kooperation mit der Lausitzer Rundschau

Ilko-Sascha Kowalczuk © Ekko von Schwichow

So paradox sich das anhört: Wenn man die Grenzen in einer Diktatur akzeptiert und sich nur im Rahmen dieses Möglichen bewegt, wird man nicht sanktioniert. Und dann hat man ein relativ einfaches Leben, von der Wiege bis zur Bahre. Gerade in der DDR war es durchorganisiert. Und wenn man da nicht weiter aufgefallen ist, dann kam man da auch ganz gut durch, das war sehr bequem. Das Leben in einer Freiheit hingegen, in dem ich alles selber für mich organisieren muss, in dem ich für mich Verantwortung übernehmen muss – denn in einer Diktatur gibt man auch Verantwortung ab –, ist viel anstrengender, und es ist auch für mich selbst viel bedrohlicher.

Ilko-Sascha Kowalczuk

Auch Meinungsfreiheit lebt von Tabus und von Geländern, die man gewissermaßen einzuhalten hat. Heute sehen wir, wie immer mehr das Sagbare verschoben wird und das Sagbare ist nur ein Schritt dem Machbaren voraus. Das ist auch eine meiner Motivationen gewesen, dieses Buch zu schreiben, um zu sagen, hier drohen wirklich viele Gefahren. Und Freiheit ist eben nicht grenzenlos. Freiheit ist auch etwas, wo man Verantwortung übernehmen muss.

Ilko-Sascha Kowalczuk

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Schwerpunkt - 30 Jahre Deutsche Einheit

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