Soumaila Sacko / Baraccopoli
Bild: imago images / italyphotopress

- Der Tod des Soumayla Sacko

Erntearbeiter, Gewerkschafter, Afrikaner in Italien

In Mali war Soumayla Sacko Bauer. 2015 musste er sein Land verlassen, weil der Klimawandel seine Landwirtschaft ruiniert hatte. Er ließ seine Lebensgefährtin und seine damals zweijährige Tochter zurück und kam über die Wüste und das Mittelmeer nach Italien.

In Kalabrien bewohnte er die „Baraccopoli“ von Rosarno, einen jener Slums, die während der Erntezeit tausende, größtenteils afrikanische Menschen beherbergen. Für zwei bis drei Euro pro Stunde arbeitete Soumayla Sacko auf den Zitrusplantagen der Umgebung.

Bis zu seinem gewaltsamen Tod im Juni 2018 engagierte er sich gewerkschaftlich für die Rechte jener Erntehelfer, die Italiens Innenminister, Matteo Salvini, diffamierend als „neue Sklaven“ bezeichnet – und die doch längst ein fester Bestandteil der italienischen Ökonomie sind.

Von Franziska Dorau
Regie: Franziska Dorau
Produktion: ORF 2019