Aluminium-Schachtel Belomorkanal für Export; © Matthias Thalheim
Matthias Thalheim
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- Ich rauche gern - Belomorkanal

Was vom "Stalinkanal'' geblieben ist

Der etwas erdige, kräftige Geschmack der "Belomorkanal" steigt ordentlich zu Kopf, hält wach und lässt die Gedanken purzeln.


Die erste "Belomorkanal" hat Günter Kotte 1965 im Offizierscasino der Sowjetarmee in Dresden geraucht. Sascha, ein junger Offizier, hatte ihm die "Papirossi'" angeboten, die nur zu einem Drittel mit Machorka gefüllt war und zu zwei Drittel aus einer Papphülse bestand.

Karelien aus der Luft: Schleuse als Teil des Belomorkanals, der Weißes Meer und Ostsee verbindet; © imago-images/Serguei Fomine
Bild: imago-images/Serguei Fomine

"Belomorkanal", die Landkarte auf der Pappschachtel der Zigarettenmarke klärte auf: Dieser Kanal schuf eine Verbindung zwischen Ostsee und dem Weißem Meer. Er gehörte zu den gigantischen Bauwerken der Sowjetmenschen auf dem Weg zum Kommunismus.

Strafgefangene aus allen sozialen Schichten und "vom Wege Abgekommene" waren für den Bau des Kanals Anfang der Dreißigerjahre verantwortlich. Über 25.000 "Kanalarmisten" verreckten jämmerlich vor Entkräftung und Kälte auf der Baustelle.

Von Günter Kotte

Regie: Matthias Thalheim
Produktion: MDR/WDR 2019
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