Mann in Richterrobe steht im Oberlandesgericht hinter einem Rollwagen, auf dem sich Gerichtsakten stapeln © Marijan Murat/dpa
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- Im Stich gelassen

Wenn die Justiz überlastet ist

Immer wieder sind Gerichte in Deutschland überlastet, Verfahren ziehen sich über Jahre hin, Anklageschriften stapeln sich. Bei vielen Gerichten fehlt es am nötigen Personal und an der Ausstattung, bei manchen Richter*innen aber sind die Probleme hausgemacht. Während einige nahe am Burnout arbeiten, um das Pensum zu schaffen, gehen andere umfangreichen Nebentätigkeiten nach.

Die Folgen: Das Verfahren gegen einen vorbestraften Sexualstraftäter, der mehrere Kinder vergewaltigt hat, ist sieben Jahre nach der Anklageerhebung noch immer nicht beendet. In einem der größten Fälle von Bilanzmanipulation und Kreditbetrug hängt ein Insolvenzverfahren seit Jahren in der Luft. Schadenersatzansprüche gegen die vermeintlichen Betrüger kann der Insolvenzverwalter nicht geltend machen, weil die Gerichte überlastet sind. Anleger*innen und Investoren befürchten gar den Verlust ihrer Ansprüche, weil das Strafverfahren gegen die Verantwortlichen zu verjähren droht.

Menschen, die Gerechtigkeit erwarten, fühlen sich von der Justiz im Stich gelassen.

Von Eleni Klotsikas

Regie: Karin Hutzler
Produktion: SWR 2018