Ernst Busch © dpa/akg-images
dpa/akg-images
Bild: dpa/akg-images Download (mp3, 50 MB)

Zum 40. Todestag von Ernst Busch - Der rote Orpheus

Ernst Busch, Sänger und Schauspieler

Ernst Busch war ein wandlungsfähiger Sänger. Man nannte ihn den "Barrikaden-Tauber" und den "roten Orpheus", wegen seiner politischen Bindung und seiner Stimme. Er stammte aus einer Kieler Arbeiterfamilie, wo ihm seine Weltanschauung quasi in die Wiege gelegt wurde. Der junge Schauspieler und Sänger landete im aufregenden Berlin der 1920er Jahre bei Erwin Piscator und dessen politisch-engagiertem Theater. Bald scharten sich Autorinnen, Autoren und Komponierende um ihn.

Busch war an allen Brennpunkten dabei, sang auf den Massenversammlungen der Arbeiter und bei den Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg. Die Nationalsozialisten machten ihm wegen Vorbereitung zum Hochverrat den Prozess. In der Anklageschrift hieß es: „Hat durch Gesangsvorträge den Kommunismus in Europa verbreitet.“ Und auch später, von einem DDR-Funktionär wie Ulbricht, ließ sich Busch nicht dirigieren. Er war der personifizierte Widerstand gegen den Dogmatismus in der Kunst, den das Politbüro verordnet hatte. Es kam zum Eklat. Die Kulturbürokratie der DDR wollte ihn zum Schweigen bringen und verstaatlichte seinen Verlag "Lied der Zeit".Von Renate Beckmann

Regie: Angelika Perl
Produktion: SFB-ORB/NDR 2000