Jerusalem, Tempelberg © akg / Bildarchiv Steffens /dpa
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Zum 80. Geburtstag von Helmut Kopetzky - Berg der heiligen Zwietracht

Wem gehört Jerusalem? Der Streit um den Tempelberg, die doppelte Kultstätte, und damit unlösbar verbunden, um den Status von Jerusalem, ist einer Friedenslösung keinen Schritt nähergekommen. Helmut Kopetzky hat diesen Ort kurz vor der zweiten Intifada besucht.

Beide Seiten haben ihren Schädel voll von Mythen, Ängsten, Traumata, Vorurteilen, die mit der Wirklichkeit überhaupt nichts zu tun haben. Das zu beseitigen ist eine historische Aufgabe.

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Muss ich Ihnen sagen, wie gefährlich es ist Politik und Religion zu vermengen? Das reinste Dynamit. Es reicht, wenn einer mit dem Feuer spielt.

Magen Broshi, Früherer Kurator der QumranRollen im Israel Museum, Jerusalem

Muslime beschuldigen die Regierung, Pläne zur Zerstörung ihrer heiligen Stätten und Errichtung eines "Dritten Tempels" insgeheim zu unterstützen. Jüdische Autoren brandmarken den Kult um den "Tempelberg" (arabisch: Haram-EshSharif – das "Vornehme" oder "Erhöhte Heiligtum") als politisch motiviert und "widerlegen" seitenlang dessen religiöse Bedeutung für die Muslime.

Helmut Kopetzky hat diesen "hot spot" in der aufgewühlten Atmosphäre kurz vor der zweiten Intifada im Jahr 2000 besucht. Er traf die Friedensaktivisten von "Peace Now", aber auch die radikalen "Getreuen des Tempelbergs". Er begleitete sie mit dem Mikrophon auf einem ihrer provokanten Märsche durch das von Palästinensern bewohnte Ost-Jerusalem.

Auch nach zwanzig Jahren ist der Streit um die doppelte Kultstätte – und damit unlösbar verbunden, um den Status von Jerusalem – einer Friedenslösung keinen Schritt nähergekommen.

Von Helmut Kopetzky
Regie: der Autor
Produktion: NDR 2000

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