Naomy Mendez; © Nuria López Torres
Nuria López Torres
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Schwerpunkt Liebe - rbb kultur - Queer, Katholisch, Mexikanisch. Die Muxes von Juchitán

In Juchitan, im Süden Mexikos, leben die Zapoteken, ein indigenes Volk. Bei ihnen sind die "Muxes", die Vertreter des dritten Geschlechts, ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft. Doch ein queeres Paradies sucht man auch hier vergeblich.

Bei uns gibt es kein ‚er‘ und ‚sie‘. Ich kann Victor sein und Victoria. So kennen mich alle in der Muxe-Community

Party. Ohrenbetäubende Salsa-Kombo. Auf der Tanzfläche paradieren Männer mit bestickten Kleidern und Blumen im Haar, andere stolzieren in Anzügen wie Pfauen umher. Berlin? San Francisco? Ein Event zum Christopher Street Day? Nein, ein kleiner Ort im Südwesten Mexikos - einem Land, das sonst eher für Machismo und Homophobie bekannt ist. Hier im erzkatholischen Juchitán werden die „Muxes“ gefeiert – das „dritte Geschlecht“: feminine Männer, Männer in Frauenkleidern, Trans-Frauen, homo- oder bisexuell orientiert. Der Großteil der Bevölkerung liebt ihre Muxes, ist stolz auf die Diversität, die als Teil der uralten Kultur der Zapoteken verstanden wird. Und doch ist Juchitán alles andere als ein queeres Paradies. Diskriminierung auch innerhalb der Familien und brutale Überfälle auf Muxe gehören hier zur Tagesordnung.

Von Tanja Krüger und Johanna Rubinroth

Regie: Philippe Brühl
Produktion: rbb/NDR 2019

 

 

 

 

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