Nazis, die Kunst und ich © Oliver Martin
Oliver Martin
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- Nazis, die Kunst und ich

Auf den Spuren der Gottbegnadeten

Kaum jemand kennt sie heute noch; den öffentlichen Raum Deutschlands besetzen sie dennoch: Scheibe, Thorak, Wackerle, Wamper – allesamt Künstler, gefördert vom NS-Regime, vom Kriegseinsatz verschont, festgehalten auf der sogenannten "Liste der Gottbegnadeten".

Ihre Bronzen, Plastiken, Plaketten finden sich in Berlin noch immer in großer Zahl: im Zoo, im Park und gar als Ehrenmal. –

"Stunde Null" my ass, denkt sich der Autor, von wegen Neuanfang der Kunst! Er, Jahrgang Millennial, macht sich also auf, verfolgt Spuren vergessener Skulpturen und denkt nach über vererbte Verantwortung und vergangene Versäumnisse.

von Oliver Martin

Regie: der Autor
Sprecher*innen: Lisa Hrdina, Jörg Schüttauf, der Autor
Produktion: rbb 2021
- Ursendung -

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Die Liste der "Gottbegnadeten; hier: Richard Scheibe – Ehrenmal für die Opfer des 20. Juli 1944, Berlin, 1953; © DHM/Foto: Thomas Bruns, 2020
DHM/Foto: Thomas Bruns, 2020

Deutsches Historisches Museum - Die Liste der "Gottbegnadeten"

Das Deutsche Historische Museum in Berlin zeigt bereits seit einigen Monaten die Ausstellung "documenta. Politik und Kunst", in der u.a. auch den personellen Kontinuitäten zwischen Nationalsozialismus und bundesrepublikanischer Nachkriegszeit nachgegangen wird. Vertieft wird das durch diese zweite Ausstellung, die den Spuren derjenigen Künstler folgt, die von Hitler und Goebbels 1944 auf die sogenannte "Gottbegnadeten-Liste! gesetzt und damit unter besonderen Schutz gestellt wurden.

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Archivbild: Das Ehrenmal der Opfer des 20. Juli 1944 von Richard Scheibe wird im Hof des Bendlerblocks in Berlin aufgestellt. Berlin, 1953. (Quelle: DHM/Fotografin: Liselotte Orgel-Köhne
DHM/Fotografin: Liselotte Orgel-Köhne
4 min

rbbKultur - Das Magazin - DHM-Ausstellung "Die Liste der Gottbegnadeten"

Der Ehrenhof im Bendlerblock. Eine Statue erinnert an den Widerstand vom 20. Juli 1944 – an den Versuch, Hitler zu töten. Stauffenberg und drei seiner Mitstreiter wurden noch in der Nacht in diesem Hof hingerichtet. Die Statue von Richard Scheibe wurde 1953 aufgestellt. Was damals offenbar keine Rolle gespielt hat, Richard Scheibe war ein Bildhauer von Hitlers Gnaden. Wolfgang Brauneis hat erforscht, wie viele Künstler nach dem Krieg nahtlos weitergearbeitet haben.

Kunst und Politik © rbb
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Podcast - Kunst und Politik – von documenta bis Restitution

Der Staat hat die Kunst immer wieder benutzt, um Politik oder Geld zu machen. Künstler, die das Image der jungen Bundesrepublik gefährdeten, wurden nicht gezeigt. In der DDR werden Sammler enteignet und Kunst in den Westen verkauft. Heute muss sich der Staat positionieren und, von der NS-Raubkunst bis zum kolonialen Humboldt Forum, Lösungen für das Unrecht der Vergangenheit finden.

Vier Folgen Kunst und Politik von Ralf Homann und Mareike Maage

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