Teheran – Junge Iranerinnen sitzen abends im Norden der iranischen Hauptstadt beim "Dach Teherans" (Bam-e Tehran) und blicken auf die Millionenmetropole. © dpa/Arne Immanuel Bänsch 
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- Auf Wiedersehen Deutschland - Salam Iran?

Wenn eine Auswanderung in eine Diktatur vor der Tür steht

Vor kurzem hat mir mein Mann offenbart, dass er wahrscheinlich bald zurück in den Iran gehen muss - seine Mutter ist 90 Jahre alt und braucht Hilfe. Die deutschen Behörden sind nicht willig, meiner Schwiegermutter eine Aufenthaltsgenehmigung zu erteilen.

Für mich, gebürtige Polin, die in der Zeit des Kommunismus aufgewachsen ist, würde die Auswanderung einen kompletten Wandel bedeuten. Ich würde meinen Job an den Nagel hängen müssen. In der fremden Kultur, die Frauen von vielen Lebensbereichen ausschließt, wäre ich von meinem Mann absolut abhängig. Und obwohl ich ihn liebe, ist das eine grauenhafte Vorstellung.

Unseren Aufenthalt im Iran will ich nutzen, um zu erkunden, ob das Land für mich als zukünftige Heimat überhaupt vorstellbar wäre. Ich versuche mehr über die Islamische Republik zu erfahren. Und die Familie meines Mannes ist überraschenderweise das erste Mal bereit, offen mit mir zu reden. Sie lässt mich teilhaben an der anderen Seite des Iran. Am iranischen Alltag hinter der Fassade.

Von Magdalena Delir

Regie: Andrea Getto
Produktion: rbb 2020

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