Frieder Wirth, Überlebender des sibirischen Arbeitslagers Workuta. © Frieder Wirth
Frieder Wirth, Überlebender des sibirischen Arbeitslagers Workuta | Bild: Frieder Wirth

Deep Doku - Verschleppt, getötet, vergessen: Das Tabu um Stalins deutsche Opfer

Von Mario Bandi

Wolf Hinze lebt 1950 in Berlin-Neukölln. Er ist SPD- Mitglied, Gegner der DDR, verteilt Flugblätter und setzt sich offen gegen die Gründung des sozialistischen Staats ein. Im Juli muss er überraschend nach Dessau reisen. Kurz zuvor hatte er geheiratet, seine Verlobte war bereits schwanger, Wolf Hinze freut sich auf sein erstes Kind. In Aken bei Dessau wird er vom Staatssicherheitsdienst verhaftet und wegen „antisowjetischer Propaganda“ und illegaler Gruppenbildung“ zu lebenslanger Haft im Arbeitslager Workuta verurteilt.

Wolf Hinze konnte 1955 mit den letzten 10 Tausend politischen und Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion nach Berlin zurückkehren. So wie er, werden 241 Menschen aus Berlin und Brandenburg willkürlich vom Sowjetischen Militärtribunal zu Zwangsarbeit oder zum Tode verurteilt.

Der Verein „Die Letzte Adresse“ versucht auch in Berlin und Brandenburg durch die Anbringung von Plaketten an Wohnhäusern, an das Schicksal der Betroffenen zu erinnern. Doch nicht immer ist dies von den Hausbewohnern erwünscht.

Regie: der Autor
Produktion: rbb 2022

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