Häusliche Gewalt © Maurizio Gambarini
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- Wenn die Gewalt nicht aufhört

Wie Familiengerichte versagen

Wenn die Eltern sich trennen, sind vor allem Kinder die Leidtragenden. Besonders, wenn häusliche Gewalt dahinter steckt. Fast 600.000 Mal jährlich entscheiden Familienrichter in Deutschland über Streitfälle wie zum Beispiel das Sorgerecht. Doch werden die Opfer von Gewalt ausreichend geschützt? Hat die Rechtsprechung das Kindeswohl im Blick? Häufig nutzen einstige Täter die vom Gericht festgelegten Umgangsrechte, um ihre Opfer weiterhin zu bedrohen.

Familienrichtern mangelt es teilweise an grundlegenden Kenntnissen zu Kindschaftsrecht, Pädagogik oder Partnergewalt, kritisieren Berater bei der Diakonie, Elternverbände und sogar Familienrichter selbst. Wie kann es sein, dass diejenigen, die Entscheidungen in einem so sensiblen Bereich treffen, dafür nicht ausreichend qualifiziert sind? Und warum handelt die Politik nicht, obwohl das Problem lange bekannt ist?

Von Jana Göbel und Ansgar Hocke

Thema

Bei einer Demo trägt eine Frau ein Schild um den Hals: "Pandemie - Männer töten Frauen 2017 87.000 weltweit"; © dpa/Sachelle Babbar
dpa/Sachelle Babbar

25. November - Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Jeden Tag versucht irgendwo in Deutschland ein Mann, seine Partnerin oder Expartnerin umzubringen. Jeden dritten Tag gelingt es. Diese Zahlen werden in der Kriminalstatistik erst seit kurzem gesondert ausgewiesen. Seitdem ist es schwerer geworden, das Thema beiseite zu schieben. Am 25. November ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Fahnen werden gehisst, Mahnreden gehalten. Heide Oestreich überlegt, warum das alles offenbar nicht hilft.