Florian Lukas; Foto: Gregor Baron
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- Die Ermüdeten oder das Etwas, das wir sind

Früher nannte man sie "Generation Golf". Nun sind sie angekommen in der Mitte ihres Lebens und in der Mitte der Gesellschaft. Der Dramatiker Bernhard Studlar lädt sie ein zu einer Party und seziert sie. Liebevoll und gnadenlos.

Die Grundsituation: Eine Party. Die Zeit: Eine dieser lauen Sommernächte. Der Ort: Eine weitläufige Dachterrasse in einer Stadt oder Metropole. Die Gäste: nicht jung, nicht alt, der Mittelschicht zugehörig. Einige leben provisorisch prekär, andere feilen an ihren Karrieren.

Es gibt, was es in dieser Altersgruppe landläufig gibt: Eltern, Paare, Singles. Alle leben ihre Leben so wie man eben gerade so lebt: traumlos, bodenständig, irgendwie funktionstüchtig. Ihre Gespräche umkreisen bekanntes Terrain.

Ein scheinbar endloses Palaver permanenter Selbstfindung und Selbstinszenierung. Sie sind die Kindeskinder der Kriegskinder, die Kinder der Hippies und verspießten Kleinbürger. Als Null-Bock-Generation verpönt, als Generation Golf gebrandmarkt, sind sie jetzt in der Mitte des Lebens angekommen.

In ihrer schönen Biowelt stricken sie an den Lebensentwürfen für die Kinder, pflegen trotz der richtigen Investmentfonds linksliberale Positionen und verlieren sich mit jedem Satz im Ungefähren ihres "Wohlstandsreservats".

Hab ich mir gedacht, amüsier‘ ich mich mal ein bisschen. Das hab ich, glaube ich, seit über 20 Jahren nicht mehr gemacht. Allein auf eine Party!

Eine heitermelancholische Bestandsaufnahme eines schütteren Lebensgefühls: Für immer jung, schon steinalt. Prost! Und am Ende noch ein Erinnerungsfoto. Es gibt zwar nichts zu feiern, trotzdem schön, dass ihr alle da seid.

Von Bernhard Studlar

Mit Robert Gallinowski, Cathleen Gawlich, Godehard Giese, Bettina Hoppe, Bettina Kurth, Florian Lukas, Anne Müller, Max von Pufendorf, Michael Rothschopf, Katharina Marie Schubert und Rainer Strecker

Regie: Anouschka Trocker
Produktion: rbb 2020
- Ursendung -